Elekrolyte - Warum Magen-Darm-Erkrankungen zu einem Mangel führen können und wie man Elektrolyte selbst mixt

“Denkt an die Elektrolyte!” – sagt Karl, der Freund von Herrn Lehmann im gleichnamigen Film. In den Szenen wird zwar nicht ganz klar, was die Elektrolyte sind, aber sie scheinen wichtig zu sein, denn als Karl sie einmal vernachlässigt, kollabiert er.

Tatsächlich sind Elektrolyte absolut essentiell, um grundlegende Körperfunktionen aufrecht zu erhalten. Sie entstehen, wenn Mineralstoffe, überwiegend Salze, sich in Wasser auflösen oder schmelzen und dadurch in Ionen, das sind elektrisch geladene Atome oder Moleküle, zerfallen. Wenn man Kochsalz in Wasser auflöst, bekommt man zum Beispiel ein positives Natrium-Ion und ein negativ geladenes Chlorid-Ion.  

Die häufigsten Elektrolyte im Körper sind: Natrium, Chlorid, Kalium und Calcium. Im Körper übernehmen sie durch ihre elektrische Ladung eine Vielzahl von Aufgaben. Beispielsweise werden sie an der Zellmembran gebraucht, um ein Spannungsverhältnis zwischen dem Zellinneren und der Umgebung aufrechtzuerhalten. Durch dieses Spannungsverhältnis können die Zellen und Organe erst ihre Aufgaben erfüllen, z.B. Reize in Nervenzellen weiterleiten oder die Muskelzellen kontrahieren lassen. Elektrolyte sind somit an allen Aktionen des Körpers beteiligt und lebensnotwendig. Wir nehmen sie täglich mit unserer Nahrung auf und brauchen bei einer ausgewogenen Ernährung nicht weiter über sie nachzudenken, die richtige Konzentration im Blut wird zu großen Teilen automatisch durch die Nieren kontrolliert.

Kommt es allerdings zu Störungen des Elektrolythaushaltes, kann das sehr unterschiedliche und schwerwiegende Folgen haben, je nachdem, welches Elektrolyt betroffen ist. Die Beschwerden können von Schwäche und Verwirrtheit bis hin zum Koma und zum Tod reichen.

Ursächlich für solch eine Störungen kann ein übermäßiger Verlust von Wasser und damit Elektrolyten sein, zum Beispiel durch starke Durchfälle im Zuge einer bakteriellen Darmerkrankung oder einer Rotavirus-Infektion. Neben solchen akuten Störungen können auch chronische Erkrankungen der Nieren, die die Konzentrationskontrolle negativ beeinflussen oder des Darmes, die widerum die Aufnahme von Elektrolyten beeinträchtigen, zum Ungleichgewicht führen. Nicht zuletzt gibt es einige Medikamente, deren Nebenwirkungen zu einem gestörten Elektrolythaushalt führen können.

Übrigens: Alkohol führt durch den zusätzlichen Verlust von Wasser über die Niere neben der Dehydration ebenfalls zu einem verstärkten Elektrolytverlust, wodurch sich der Kater am nächsten Morgen zu seiner ganzen Größe entfaltet. Also am besten immer ein Glas Wasser und eine paar Chips zum Bier genießen!

Elektrolyten-Vorrat auffüllen 

Leidet man doch einmal unter Elektrolytmangel, gibt es in der Apotheke verschiedene Pülverchen, um den Haushalt wieder auffüllen. Geschmacklich reichen diese von neutral bis zu eigenwilligen Sorten wie Apfel-Banane.

Auch in der eigenen Küche kann man eine Elektrolytlösung herstellen. Je nach Rezept dienen entweder Früchtetees, stark verdünnte Fruchtsäfte (zum Beispiel Orange als Kaliumlieferant) oder stilles Mineralwasser als Basis. Auf einen Liter Flüssigkeit kommen ein Teelöffel Salz (Natrium und Chlorid), ein Esslöffel Zucker oder Honig (liefert Energie und hilft dem Darm die Elektrolyte aufzunehmen) und etwa ein halber Teelöffel Backpulver (Natriumbecarbonat) hinzu.



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