Angeborene Herzfehler: Vorhofseptumdefekt

Ein Loch zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens bringt den Blutkreislauf durcheinander. Der Vorhofseptumdefekt ist jedoch behandelbar

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Krankheitsbild

 

Erklärung:

Der Vorhofseptumdefekt (ASD) bezeichnet ein Loch in der Herzwand: Beide Herzkammern haben so genannte Vorhöfe. In sie münden die Venen, die das Blut aus Körper und Lunge zurücktransportieren. Hat die Trennwand zwischen diesen Vorhöfen ein Loch, wird sauerstoffhaltiges Blut des linken in den rechten gesogen, in dem ein geringerer Druck herrscht. Je mehr Blut das Loch passiert, desto stärker muss die rechte Seite des Herzens arbeiten. Dadurch kann der Pumpmuskel übermäßig beansprucht werden.

 

Ursachen:

Die oberen und unteren Anteile der Scheidewand zwischen den Herzkammern wachsen in der embryonalen Phase aufeinander zu. Ist das Zellwachstum während der embryonalen Entwicklung gestört, kann es zu Fehlbildungen kommen. Genetische Faktoren und Umwelteinflüsse, wie Tabak- oder Alkoholkonsum, können den Defekt begünstigen.

 

Symptome:

Betroffene leiden häufig unter Atemnot und sind körperlich weniger belastbar. Des weiteren können Herzrhythmusstörungen oder Embolien auftreten.

 

Zahlen:

Jährlich werden fast 600 Kinder in Deutschland mit einem Vorhofseptumdefekt geboren.

 

Behandlung

 

Diagnose:

Um einen Vorhofseptumdefekt zu diagnostizieren, horchen Mediziner die Herztöne des betroffenen Kindes mit einem Stethoskop ab. Aus den Herzgeräuschen kann der Arzt Rückschlüsse auf die Fehlbildungen und deren Lage ziehen. Die von Ärzten als "Goldstandard" bezeichnete Ultraschalluntersuchung sichert den Befund ab und ist dabei für das Kind risiko- und schmerzfrei.

 

Therapie:

Ist die Öffnung in der Herzwand zu groß, wird sie entweder operativ mittels Patch (Flicken) geschlossen oder mit Hilfe eines Katheters. Dabei wird das Katheterröhrchen durch die Leistenvene bis ins Herz geschoben. Durch das Röhrchen wird ein kleiner Schirm in die Öffnung gebracht. Es spannt sich auf beiden Seiten des Lochs auf und stoppt den Blutdurchfluss. Das Loch muss dazu aber in der Mitte der Scheidewand liegen. 80 Prozent der ASD können durch eine solche Katheterintervention behandelt werden, schätzt der Kardiologe Deniz Kececioglu, Direktor der Klinik für angeborene Herzfehler/ Kinderkardiologie in Bad Oeynhausen. Vorteile dieser Methode sind, dass keine Narbe auf der Brust bleibt und dass der Aufenthalt im Krankenhaus kürzer ist.

 

Informationen zu weiteren angeborenen Herzfehlern finden Sie hier:

Fallot-Tetralogie (TOF) 

Kammerseptumdefekt (VSD)

Hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS) 



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