Angeborene Herzfehler: Fallot-Tetralogie

Bei der Fallot-Tetralogie kommen mehrere angeborene Herzfehler zusammen. Die Auswirkungen auf den Organismus sind dabei so gravierend, dass eine Operation unumgänglich ist

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Krankheitsbild


Erklärung:

Etwa jedes 100. Neugeborene in Deutschland kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Die so genannte Fallot-Tetralogie (TOF) besteht aus mehreren Herzfehlbildungen: Oft gehört eine Verengung unterhalb der Herzklappe dazu, die das Blut auf dem Weg in die Lungenschlagader behindert. Hinzu kann ein Loch in der Scheidewand zwischen rechter und linker Herzkammer (VSD) kommen. Dadurch fließen sauerstoffarmes und sauerstoffreiches Blut zusammen. Dieses dann nur mangelhaft mit Sauerstoff angereicherte gemischte Blut wird durch eine der Schlagadern direkt oberhalb des Lochs in der Kammerwand aufgenommen und zurück in den Körper gepumpt. Das Resultat: Zu wenig Sauerstoff gelangt zu den Organen. Das vierte Problem dieser Erkrankung - deshalb der Name Tetralogie - folgt aus den vorangegangenen: Durch die enorme Arbeit, die der Muskel der rechten Herzkammer leisten muss, um den Körper mit Sauerstoff zu versorgen, verdickt er sich, was wiederum den Blutfluss erschwert. 


Ursachen:

Die Fallot-Tetralogie ist eine angeborene Herzkrankheit, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Während der Embryonalenphase, in der sich viele Organe bilden, kann es auch zur Fehlbildung kommen. Da einige erkrankte Kinder unter einer Chromosomenanomalie leiden, vermuten Forscher, dass bestimmte Gene das Risiko erhöhen, an der Fallot-Tetralogie zu erkranken.


Symptome:

Leidet ein Baby an einer Fallot-Tetralogie, kann sich dessen Haut bläulich verfärben (medizinisch: Zyanose), da sich das sauerstoffarme blaue Blut zum sauerstoffreichen mischt. Auch ein schneller Atem des Neugeborenen kann auf die Krankheit hindeuten. Und durch einen schnellen Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut kann eine plötzliche Bewusstlosigkeit ausgelöst werden.

 

Zahlen:

Von den Jahr für Jahr rund 8000 geborenen Kindern mit einem Herzfehler leiden circa 800 an einer Fallot-Tetralogie.

 

Behandlung 

 

Diagnose:

Die Erkrankung kann manchmal bereits im Bauch der Mutter mit einer Ultraschall-Untersuchung erkannt, oft aber erst nach der Geburt festgestellt werden. Herzfehler verursachen veränderte, meist laute Herzgeräusche. Der Arzt kann diese mit einem Stethoskop abhören und anhand des Geräuschcharakters Rückschlüsse auf die Fehlbildungen und deren Lage ziehen. Die von Medizinern oft als "Goldstandard" bezeichnete Ultraschalluntersuchung stellt die Herzstrukturen in all ihren Einzelheiten dar und zeigt somit nahezu alle Fehlbildungen. Die Untersuchung ist schmerzfrei und ohne Gefahr für das Kind.

 

Therapie

An einer Herzoperation kommen Menschen mit einer Fallot-Tetralogie nicht vorbei. Wenn der Zustand des Babys stabil ist, empfiehlt Prof. Deniz Kececioglu, Direktor der Klinik für angeborene Herzfehler/ Kinderkardiologie in Bad Oeynhausen eine Operation um den sechsten Lebensmonat. Nach kleineren Katheterinterventionen, die der Lunge mehr Luft verschaffen sollen, kann eine Operation am offenen Herzen nötig werden. Ziel ist es, den Blutkreislauf durch Herz und Lunge zu normalisieren. "Der Erfolg der Operation hängt davon ab, wie dicht die Pulmonalklappe danach hält", sagt Experte Kececioglu. Manchmal muss diese Herzklappe in einem weiteren Eingriff ersetzt werden.

 

Informationen zu weiteren angeborenen Herzfehlern finden Sie hier:

Kammerseptumdefekt (VSD)

Vorhofseptumdefekt (ASD) 

Hypoplastisches Linksherzsyndrom (HLHS)

 

 


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