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Werner Otto, 62 (Radikale Entfernung der Prostata)

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Werner Otto, 62


Diagnose: Prostatakrebs
Behandlung: Radikale Entfernung der Prostata
Krankenhaus: Helios-Klinikum Berlin Buch


Vorgeschichte:

Schon als kleiner Junge war Werner Otto vom Fahrrad begeistert – und er sollte „dem Rad immer treu bleiben“. 1969 mit nur 21 Jahren erkämpfte er für die ehemalige DDR den Weltmeistertitel im Tandemfahren. Schon zwei Jahre später folgte die nächste Goldmedaille, 1972 dann olympisches Silber. Heute ist er sichtbar stolzer Inhaber eines Fahrradladens. Und als Senior fährt er immer noch vorne mit. 2009, genau 40 Jahre nach seinem ersten WM-Erfolg, wollte der Radprofi einen neuen Sieg erringen: „Ein zweiter Platz ist quasi verloren.“ Er trainierte weit über seine Belastungsgrenze hinaus, fuhr mehr als 20.000 Kilometer im Jahr – ein halbe Weltumrundung. „Dabei muss mein Immunsystem umgekippt sein“, sagt er.

Die letzte Prostatakrebs-Vorsorgeuntersuchung – die ab dem 45. Lebensjahr jährlich erfolgen sollte – lag schon sechs Jahre zurück. Otto hatte Glück, dass er sich als Leistungssportler regelmäßig durchchecken ließ, denn dabei kontrollierte sein Sportarzt auch den PSA-Wert, der als Krebs-Marker dient. Ottos Werte waren erhöht – Krebsverdacht. Eine Biopsie bringt die Gewissheit.


Therapieentscheidung:

Sein Urologe sagte ihm klar, was zu tun sei: Der Krebs muss raus. Deshalb kam für Otto auch nur die Operation infrage. „Da muss man nicht rumeiern“, sagt Otto. Mit seiner gebrochenen Stimme und den zitternden Mundwinkeln ist ihm anzumerken, dass diese Entscheidung nicht leicht fiel. „Eigentlich hat man keine Wahl.“


Operation:

Der Eingriff gelingt. Damit keine Metastasen im Körper zurückbleiben, werden nicht nur die Prostata, sondern auch Lymphknoten entfernt. „Das war nach dem Eingriff schon eine Weile schmerzhaft“, erinnert er sich. Ottos PSA-Wert sinkt schnell unter die Nachweisgrenze. Die Krebszellen sind also entfernt. Doch die Gefahr, dass das Karzinom wiederkehrt, bleibt. Eine regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes ist deshalb unverzichtbar. Bisher war alles in Ordnung.

Zur Vorsorge gehen nun auch viele seiner Radsportkollegen, mit denen er heute wie früher gemeinsam trainiert: Drei Wochen nach der OP saß Otto wieder im Sattel. Der Unterleib schmerzte noch. „Da achtet man auf jeden Stein“, scherzt er. Doch das kann ihm die Leidenschaft zum Zweirad nicht nehmen. Vielleicht reiht sich bald ein neuer Pokal zu den Trophäen in seinem Laden.


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Frieder Piazena/ Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Artikel zuletzt aktualisiert am: 19.01.2012

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