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Ingo Zweiniger, 45 (Implantation eines Stents)

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Ingo Zweiniger, 45


Diagnose: Herzinfarkt

Behandlung: Implantation eines Stents im Oktober 2008

Krankenhaus: Unfallkrankenhaus Berlin


Vorgeschichte:

Ingo Zweiniger hatte es schon beim Aufstehen gewusst. Dieser Donnerstag würde nicht sein Tag werden. “Manchmal spürt man so was ja”, sagt der Mann mit dem Bürstenschnitt. Dass er den Tag vielleicht nicht überleben würde, das hatte er jedoch ganz sicher nicht geahnt. Der Tag wurde dann auch stressig. Aber das ist fast jeder im Leben des 45-Jährigen.


Vor nicht allzu langer Zeit war seine Firma in die Insolvenz gegangen, in Bälde steht eine Scheidung an. “Ich bin Workaholik”, sagt Ingo Zweiniger und zuckt mit den Schultern. Um 21 Uhr spürte er dann plötzlich Schmerzen in der Brust. “Am Anfang dachte ich, da hat sich ein Nerv eingeklemmt”, sagt er. Kein Grund zur Sorge also. Das kannte er. Schon seit Jahren hat er es mit der Wirbelsäule. Diesmal waren die Schmerzen jedoch viel stärker, und als er dann erst Schweißausbrüche und schließlich Angst bekam, wählte er 112.


Diagnose:

“Herzinfarkt”, sagten die Sanitäter, die nur Minuten später eintrafen und ihn auf dem schnellsten Weg in die nächste Klinik – das Unfallkrankenhaus Berlin in Marzahn – brachten. Mit einem Stent, der die verengten Gefäße im Herz offen hält, retten ihn die Ärzte. Wirklich kapiert, wieviel Glück er gehabt hatte, habe er aber eigentlich erst am nächsten Tag, sagt Ingo Zweiniger. Die Ärzte sprechen von einem Sechser im Lotto. Aufatmen kann der in Chemnitz geborene Mann aber noch nicht. Bei der Operation haben die Ärzte eine weitere Verengung auf der Herz-Vorderseite festgestellt. Infarktrisiko: 100 Prozent. In zwei Wochen erwartet ihn seine zweite Operation.


Das Leben danach:

Bis dahin lebt Ingo Zweiniger mit der Angst, dass der Infarkt ihn überrascht. “Jetzt wo ich weiß, wie sich das anfühlt, bin ich sicher, dass ich schon früher einen kleinen Herzinfarkt hatte”, sagt er. Nun macht ihn jedes Anzeichen nervös. “Man hört plötzlich ganz anders auf den Körper”“ Er weiß, dass er es in Zukunft ruhiger angehen muss. Arbeiten von Montag bis Sonntag, zwei Schachteln Zigaretten am Tag, damit muss Schluss sein. Man sieht ihm an, wieviel Mühe ihm das macht. “Seit einer Woche rauche ich nicht mehr”, sagt er. “Langsam wird es schwierig.”


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Moritz Honert/ Foto: Mike Wolff

Artikel zuletzt aktualisiert am: 19.01.2012

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