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Günther Drechsler, 78 (Immunschwäche)

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Günther Drechsler, 78


Befund: Immunschwäche

Therapie: Geriatrische Rehabilitation

Krankenhaus: Evangelisches Geriatriezentrum Berlin(EGZB)


Vorgeschichte:

Günther Drechsler hat viel gesehen. Mehr als 40 Jahre lang hat der studierte Betriebswirt den deutschen Industrieriesen Thyssen in den USA, Kanada und Mexiko vertreten. Gewohnt hat der Mann mit dem braunen Haar zuletzt an der US-Ostküste in New York und im Bundesstaat Connecticut. Seine beiden Kinder sind in den USA geboren.


Seit drei Jahren ist er zurück in Berlin. In den letzten Jahren begleitete den heute 78-jährigen Ex-Manager eine folgenschwere, anfangs aber unauffällige Krankheit: chronische Leukämie. Durch die vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen werden Leber, Milz und Lymphknoten beeinträchtigt, Drechsler ist für Infektionen anfällig. In der Charité wird Ende 2007 eine Gehirnentzündung festgestellt. Sein schwaches Immunsystem macht ihm sichtlich zu schaffen. “Ich habe mir an jeder Ecke was eingefangen”, sagt er. Drechsler hat wenig Appetit, selbst kurze Wege fallen dem sonst so agilen Reiseprofi schwer. Zwischen vergangenem Sommer und Januar 2008 verliert er 20 Kilogramm Körpergewicht.


Behandlung:

Nach einer Akutbehandlung in der Charité kommt Günther Drechsler im Februar dieses Jahres ins Evangelische Geriatriezentrum Berlin. “Knapp 65 Kilogramm hat er damals gewogen”, erinnert sich Ärztin Rahel Eckardt. Drechslers Gedächtnis war eingeschränkt. Doch langsam aber sicher wird der Ex-Manager wieder aufgepäppelt. Zu Ostern wird Drechsler entlassen, aber nach nur zehn Tagen wieder mit einer Herpesinfektion ins Geriatriezentrum gebracht: “Das Immunsystem machte noch mal schlapp”, sagt er. Den April verbringt der rüstige Mann mit Reha-Maßnahmen – mit Erfolg. Seitdem wohnt er mit seiner Frau in einer schönen Charlottenburger Wohnung.


Das Leben danach:

Seine Ärztin sieht Drechsler nur noch einmal im Monat, von ihr bekommt er eine Infusion mit einer Arznei, die sein Immunsystem stärkt. Täglich wird er über einen Katheter ernährt: 1,5 Liter nahrhafter Brei. “Ziemlich unangenehm”, sagt Drechsler und hofft, dass der Appetit wieder kommt. Steak und Seezunge sind seine Leibgerichte. Doch auch jetzt wiegt er schon wieder 81 Kilo.


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Hannes Heine/ Foto: Mike Wolff

Artikel zuletzt aktualisiert am: 19.01.2012

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