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Hintergrund: Offene Abteilung

Der überwiegende Teil der psychiatrischen Patienten wird ambulant versorgt. Wie die Psychiatrien mit ambulanten Therapieangeboten vernetzt sind.


In den Berliner Psychiatrien werden rund 40.000 Menschen stationär versorgt. Doch wegen einer psychischen Störung sind weit mehr Patienten behandlungsbedürftig. Der überwiegende Teil von ihnen wird ambulant behandelt.


Beispiel Schizophrenie: 2008 wurden 6800 Patienten stationär in Kliniken aufgenommen. Ambulant jedoch wurden allein im letzten Quartal 2007 rund 14.000 Berliner wegen einer schizophrenen Erkrankung behandelt – der größte Teil von ihnen beim niedergelassenen Nervenarzt oder Psychiater.


Integrierte Versorgung

Im ambulanten Bereich gebe es jedoch auch Versorgungslücken, sagt Norbert Mönter vom Verein für Psychiatrie und seelische Gesundheit. Zwar steige die Zahl psychologischer Psychotherapeuten stetig an, dafür sinke jedoch die Zahl der niedergelassenen Nervenärzte und Psychiater. „Die psychiatrische Versorgung dünnt immer weiter aus“ , sagt Psychiater Mönter. Dadurch kommt es zu erheblichen Wartezeiten in den Praxen.


Diese sollen durch das Modell der integrierten Versorgung entlastet werden, indem die Behandlung der Patienten auf mehrere Akteure verteilt wird. Der behandelnde Psychiater koordiniert den Prozess und übernimmt eine Lotsenfunktion für den Kranken. Vor allem die enge Zusammenarbeit mit psychiatrischen Diensten – zum Beispiel Sozialarbeiter oder eine ambulante psychiatrische Krankenpflege – ermögliche eine verbesserte Versorgung. Bislang können in Berlin jedoch nur Versicherte der DAK und der Hamburg Münchner Krankenkasse von der integrierten Versorgung profitieren. Für den Bezirk Charlottenburg- Wilmersdorf haben sich zudem fast sämtliche Betriebskrankenkassen (BKK) angeschlossen.


„Das Modell der integrierten Versorgung ist grundsätzlich gut und sollte unterstützt werden“ , meint Heinrich Beuscher, Landesbeauftragter für Psychiatrie. Es sei jedoch problematisch, wenn die Verträge nur mit den Krankenkassen geschlossen werden. So könnten viele Betroffene nicht am Programm teilnehmen, weil sie in der „falschen“ Kasse seien.


Tagesklinik

Um den Übergang in den Alltag zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit einer teilstationären Behandlung. In der Tagesklinik nehmen die Patienten an Beschäftigungs- und Gruppentherapien teil, führen Einzelgespräche mit Ärzten und Psychologen. Die Nacht und das Wochenende verbringen die Patienten zu Hause. Diese Therapieform ist für Patienten gedacht, für die ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr notwendig ist, die aber für die ambulante Nachsorge noch nicht geeignet sind.


Institutsambulanzen

Vor allem chronisch kranke Menschen brauchen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus besondere Unterstützung – ein Versorgungsnetzwerk, das der Art, Dauer und Schwere ihrer psychischen Störung gerecht wird. Ein Beispiel dafür sind die psychiatrischen Institutsambulanzen, die an die jeweilige Fachabteilung der Klinik angeschlossen sind. In der psychiatrischen Institutsambulanz arbeiten multiprofessionelle Teams zusammen: Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Ärzte, Psychologen und Pfleger. So werden neben den ärztlichen Gesprächen auch weitere Therapien angeboten, etwa Ernährungs- oder Sozialberatung. Zudem gibt es verschiedene Sprechstunden, zum Beispiel für Suchterkrankungen oder Depressionen. Außerdem besteht eine enge Kooperation mit betreuten Wohnprojekten sowie Kontakt und Beratungsstätten.


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Ingo Bach

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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