Hintergrund: Geriatrie im Vergleich
Krankheitsbild Geriatrische Reha-Komplexbehandlung
Für die vergleichende Darstellung in der Tabelle des Klinikführers Berlin wurde die „Geriatrische Komplexbehandlung zur frühzeitigen Rehabilitation“ gewählt, da diese Therapie zum einen sehr häufig von den Geriatrien erbracht wird und sie zum anderen das, was in der klinischen Altersmedizin passiert, gut repräsentiert.
Ergebnisqualität
Um die Verbesserung in der Selbständigkeit zu messen, wird in Geriatrien der Barthelindex für jeden Patienten erhoben. Mit diesem Messinstrument wird die Befähigung eines älteren Patienten zu grundlegenden Verrichtungen des Alltags gemessen. Insgesamt zehn Tätigkeiten – zum Beispiel der Körperhygiene, dem Essen und dem Ankleiden – wird ein Punktwert zugeordnet, der umso höher ist, je weniger Hilfe der Mensch dabei benötigt. So ist die Fähigkeit zum Treppensteigen mit zehn Punkten bewertet. Ist dabei Überwachung und Hilfe nötig, sind es fünf. Kann der Patient auch mit Hilfe Treppen nicht mehr bewältigen, bedeutet das null Punkte.
Der Barthelindex wird bei der Aufnahme des Patienten in der Geriatrie bestimmt und ebenso bei dessen Entlassung. Ist der Index am Ende der stationären Therapie höher, geht man von einer Verbesserung der Selbstständigkeit des Patienten aus. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie hält eine durchschnittliche Verbesserung um 25 Punkte für einen akzeptablen Wert.
Entstehung von Druckgeschwüren: Ein Dekubitus genanntes Drukkgeschwür entsteht durch die einseitige Belastung einer Körperpartie, wenn ein bettlägeriger Mensch nicht häufig genug bewegt wird. Der ständige Druck verursacht eine mangelnde Durchblutung, die auf Dauer zum Absterben des darunter liegenden Gewebes führt. Ein Druckgeschwür wird in vier Grade eingeteilt: von Grad 1, das ist eine Hautrötung, bis Grad 4, das ist ein tiefgehender Haut- und Gewebedefekt, bei dem auch Muskeln und Knochen angegriffen sein können.
Um zu vermeiden, dass Druckgeschwüre entstehen, müssen Pflegekräfte die Betroffenen regelmäßig bewegen und ihre Haut mit durchblutungsfördernden Salben einreiben. Auch technische Hilfsmittel können eingesetzt werden: Dekubitusmatratzen etwa, die mit wechselndem Luftdruck die Belastung für den liegenden Körper immer wieder neu verteilen.
Laut Experten der Externen Qualitätssicherung (EQS) handelt es sich bei einem während des Krankenhausaufenthaltes entstehenden Druckgeschwür um eine vermeidbare Komplikation. Deshalb werde dieser Indikator als Parameter für die pflegerische Versorgungsqualität in einer Klinik verwendet.
Die Daten werden von der EQS jedoch nicht abteilungs- oder patientenbezogen ausgewertet, sondern nur für die gesamte Klinik. Deshalb haben wir in der Tabelle auch nur die EQS-Daten für die geriatrischen Fachkliniken aufgeführt.
Strukturqualität
Um die Personalausstattung besser vergleichen zu können, haben wir die Gesamtfallzahl einer Abteilung statistisch auf die Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte umgerechnet. Denn die Anzahl der Patienten, die im Laufe des Jahres vom Personal versorgt werden muss, kann eine Orientierung dafür sein, ob genug Beschäftigte in der Abteilung zur Verfügung stehen. Im Durchschnitt bleibt ein Geriatriepatient 25 Tage im Krankenhaus. Bei so langen Aufenthalten spielt die Zimmerausstattung für die individuelle Zufriedenheit eine große Rolle.
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Ingo Bach
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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