Trommelfelloperation
Krankheitsbild
Erklärung:
Kinder haben durch Tagesstätten und Schulen ein erhöhtes Infektionsrisiko. Husten, Schnupfen und Fieber sind keine Seltenheit. Nicht immer jedoch verursachen Bakterien anderer Kinder, also Ansteckung, diese Erkrankungen. Rachenmandeln sind wie die Gaumenmandeln ein Teil des Immunsystems. Sie fangen über die Nase eindringende Bakterien ab. Sie können aber auch selbst zum Problem werden, wenn sie den Belüftungsgang zum Mittelohr – Ärzte nennen ihn Ohrtrompete – verschließen. Allerdings vergeht oft viel Zeit, bis dieser Zusammenhang richtig erkannt ist. Eine Verstopfung des Mittelohrs gehört zu den häufigsten Krankheitsursachen im Vorschulalter.
Symptome:
Betroffene Kinder – meist im Kindergartenalter – haben im Anfangsstadium nur selten tatsächlich Ohrschmerzen. Klassische Symptome sind fortschreitende Schwerhörigkeit, bei Kindern oft auch eine verzögerte Sprachentwicklung. Erst bei akuten Entzündungen treten Ohrschmerzen auf.
Ursache:
Die Ohrtrompete ist der Belüftungsweg des Mittelohrs zum Rachen. Bei Erkältungen vergrößert sich die Rachenmandel. Dadurch wird das Mittelohr unter Umständen unzureichend belüftet und der Abfluss von Sekreten verhindert. Bei häufigen Erkrankungen kann das Mittelohr verstopfen. Nicht selten folgen schmerzhafte Mittelohrentzündungen.
Zahlen:
Trommelfellschnitte sind eine der häufigsten operativen Behandlungen in der Hals-Nasen-Heilkunde. Allein in Berlin sind es jährlich über 3500.
Behandlung
Diagnostik:
Bei Verdacht führen Ärzte einen Hörtest sowie eine Racheninspektion und Ohrspiegelung.
Therapie:
Meist wird der notwenig gewordene chirurgische Eingriff ambulant vorgenommen und erfolgt immer unter Vollnarkose. Die Standardoperation dauert etwa eine halbe Stunde. Mit einem Skalpell setzt der Chirurg einen winzigen Schnitt in das Trommelfell und saugt das gestaute Sekret aus dem Mittelohr ab. Durch die Belüftung des Mittelohrs heilt die Entzündung aus. Bei einer Operation im frühen Stadium reicht eine Punktierung aus.
„Der Schnitt verheilt binnen Tagen“, sagt Parwis Mir-Salim, Chefarzt der Nasen-Ohren-Abteilung im Vivantes-Klinikum im Friedrichshain. Erfolgt die Behandlung jedoch spät, wird das Sekret zu dickflüssig. Dann muss ein Metallröhrchen in das Trommelfell eingesetzt werden. „Durch die Öffnung in dem Röhrchen gelangt Luft ins Mittelohr, und der Schleim kann abfließen“, sagt Mir-Salim. Dadurch wird verhindert, dass der Schnitt schon nach wenigen Tagen wieder verwächst. Nach mehreren Monaten fällt das Röhrchen meist von selbst heraus. Wichtig: Solange das Trommelfell mithilfe eines Röhrchens offen gehalten wird, dürfen Kinder nur mir Ohrstöpseln baden.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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