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Schlaganfall

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Wird der Schlaganfall zeitnah erkannt, können Rettungsärzte Leben retten und größere bleibende Schäden unter Umständen verhindern. Zurück ins Leben finden Betroffene meist nur über eine langwierige Rehablititation


Krankheitsbild


Erklärung:

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall! In jedem Fall sollte so schnell wie möglich Hilfe über die Notfallnummer 112 gerufen werden. Durch frühes Handeln lässt sich eine bleibende Hirnschädigung manchmal verhindern, zumindest aber lässt sich das Ausmaß der Schäden oft mindern. Schlaganfälle entstehen durch geplatzte oder verstopfte Gefäße. Nervenzellen erhalten durch diese plötzlich eintretenden Durchblutungsstörungen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe – Ärzte nennen diesen Zustand auch Hirninfarkt. Durch einen Schlaganfall können schwere Hirnschäden entstehen. Geistige und motorische Behinderungen können unter Umständen die Folge sein. In schweren Fällen droht Betroffenen akute Lebensgefahr.


Symptome:

Ein Schlaganfall kann halbseitige Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Schwächeanfälle oder auch Erblindungen auslösen. In schweren Fällen fällt der Patient ins Koma. Typische Beschwerden sind auch Übelkeit und Erbrechen. Die Symptome können wenige Sekunden, einige Stunden oder auch langfristig andauern. Einem großen Schlaganfall gehen in rund 40 Prozent der Fälle flüchtige, kleinere Ausfälle voraus – von Ärzten auch Schlägelchen genannt.


Ursache:

Schlaganfälle werden meist durch einen Verschluss in der Halsschlagader oder Blutgerinnsel in den Gehirngefäßen verursacht. Ob dabei die linke oder die rechte Halsschlagader verengt, scheint Zufall zu sein. Für deutlich weniger Schlaganfälle sind Hirnblutungen verantwortlich: Das Zerplatzen eines kleinen Blutgefäßes im Gehirngewebe wird durch erhöhten Blutdruck begünstigt. Sehr selten kommt es wegen Entzündungen der Gehirngefäße zu Hirninfarkten.


Zahlen:

In Berlin erleiden pro Jahr rund 6500 Menschen einen Schlaganfall, in Deutschland jedes Jahr rund 160 000. Rund 20 Prozent der Betroffenen werden Dauerpflegefälle. Viele Patienten müssen alltägliche Handlungen wie Sprechen, Gehen, Lesen oder Schreiben komplett neu erlernen.


Behandlung


Diagnostik:

Zeit ist Leben. Ein Schlaganfall muss so schnell wie möglich behandelt werden. Dies sollte auf einer dafür spezialisierten Notaufnahme geschehen – einer so genannten “Stroke Unit (”Schlaganfall-Einheiten")(Stroke Unit)":/glossar/stroke-unit/ .


Mit Ultraschall , Computer- und Magnetresonanztomografie können Ärzte erkennen, ob Schlaganfälle durch Blutungen oder Gefäßverschlüsse hervorgerufen worden sind. Heute untersuchen Kliniken in der Regel auch die Durchblutung der Adern und des Gehirns.


Berlin verfügt über sieben auf Schlaganfälle spezialisierte Kliniken, davon sind fünf Rettungsstellen mit Stroke Units ausgestattet. “In diesen Schlaganfall-Zentren sollen die betroffenen Patienten zügig und unkompliziert behandelt werden können”, sagt Hans-Peter Vogel, Chefarzt der Neurologie im Helios Klinikum Berlin-Buch. Dafür sei aber auch wichtig, dass die Patienten schnell in diese Kliniken finden.


Derzeit kämen gerade mal zehn bis 15 Prozent in den ersten drei Stunden ins Krankenhaus. Ein weiteres Problem bestehe darin, dass die Feuerwehr die Stroke Units nicht immer zwingend anfahre. Laut Gesetz sind sie zwar verpflichtet, das “nächste geeignete Haus” anzusteuern. Welches das ist, sei jedoch eine individuelle Ermessenssache. Auch gebe es gelegentlich Probleme, wenn Patienten aus Brandenburg wegen der Landesgrenzen nicht in eine Berliner Stroke Unit gebracht würden, sagt Vogel.


Therapie:

Wird der Schlaganfall zeitnah erkannt, können Rettungsärzte Leben retten und größere bleibende Schäden unter Umständen verhindern. Bei Durchblutungsstörungen können Notfallspezialisten eine so genannte Lysetherapie bis zu vier einhalb Stunden nach dem Hirninfarkt einleiten. Indem das Blut verdünnt wird, sollen Gefäßverstopfungen aufgelöst werden.


Handelt es sich um eine hochgradige Karotisstenose, also eine Verengung der Halsschlagader, wird meist operiert. Entweder wird die verengte Stelle über einen Schnitt am Hals behandelt. Dabei wird die Halsschlagader durchtrennt und der Pfropfen entfernt. Oder aber die Chirurgen entscheiden sich für eine Katheterbehandlung. Dann schieben Ärzte einen Millimeter dicken Plastikschlauch von der Leistengegend in die Halsschlagader vor. Die verengte Stelle wird dann mithilfe eines aufblasbaren Ballons geweitet. Um einen erneuten Verschluss der Halsschlagader zu verhindern, schieben Chirurgen einen Stent – eine kleine Drahtröhre – über den Katheter in das betreffende Gefäß. Blutungen im Gehirn müssen unter Umständen operiert werden. Dann eröffnen Chirurgen die Schädeldecke, um die Blutung zu stoppen.


In den ersten Tagen nach der Notfallversorgung besteht ein hohes Risiko eines erneuten Schlaganfalls. Deshalb müssen Patienten intensivmedizinisch überwacht werden. Nach der Stabilisierung des Gesundheitszustandes erfolgen sofort erste Schritte der Rehabilitierung. Je nach Schweregrad des Schlaganfalls müssen Betroffene zurück ins Leben finden – etwa Essen, Gehen und Sprechen teilweise oder sogar wieder neu erlernen. Je früher damit begonnen wird, umso besser.


Um eine erneute Verstopfung der Gefäße zu verhindern, müssen Betroffene blutverdünnende Medikamente nehmen. Je nach Alter und Gesundheitszustand kann eine operative Schlaganfallvorsorge das Risiko weiterer Hirninfarkte langfristig reduzieren.


Weitere Texte zum Thema Schlaganfall:

Halsschlagader-Operation
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Ingo Bach, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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