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Schizophrenie

 	Grafik: SPL, Fabian Bartel

Grafik: SPL, Fabian Bartel

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Schizophrenie lässt Wirklichkeit und Wahnvorstellung verschwimmen. Konsequente Therapie und medikamentöse Behandlung kann ein Leben außerhalb des Krankenhauses ermöglichen


Krankheitsbild


Erklärung:

Schizophrenie ist eine schwere psychiatrische Erkrankung, die unfreiwillige Veränderungen von Gedanken, Wahrnehmung und Verhaltens auslöst. Schizophreniekranke sind phasenweise nicht in der Lage, zwischen der Wirklichkeit und Wahnvorstellungen zu unterscheiden. Schizophrene Menschen glauben allerdings anders als allgemein angenommen nicht, eine andere oder mehrere andere Personen zu sein. Die Erkrankung tritt meist erstmals zwischen dem 15 und 35. Lebensjahr auf. Männer und Frauen betrifft die sie gleich häufig, Männer im Durchschnitt nur etwas früher.


Symptome:

Die Kranken hören Stimmen, riechen Gifte. Meist fühlen sie sich verfolgt. „Menschen, die an Schizophrenie erkranken, haben eine dünne seelische Haut“, sagt die Chefärztin der Psychiatrie im St. Joseph-Krankenhaus, Iris Hauth. Der Schizophrene versinkt in seine eigene Welt und ist von der Wirklichkeit anderer Menschen abgeschnitten. Meist isolieren sich Betroffene und haben folglich Probleme im Sozial- und Berufsleben.


Ursachen:

Man nimmt an, dass die Neigung zur Schizophrenie zum Teil vererbbar ist. Während einer schizophrenen Psychose, in Fachsprache Episode genannt, schüttet das Gehirn zu viel vom Botenstoff Dopamin aus. Übererregung ist die Folge. Die Synapsen, die Enden der Nervenstränge, verändern sich. Die Signalvermittlung kann auf Dauer gestört sein, einige Betroffene werden sich nie wieder vollständig zusammenhängend unterhalten können.


Zahlen:

Schätzungsweise jeder hundertste Bundesbürger erkranken mindestens einmal im Leben an einer Schizophrenie.


Behandlung


Diagnostik:

Eine gefährliche schizophrene Episode liegt vor, wenn ein Patient mindestens einen Monat lang einem kulturell unangemessenen Wahn aufzeigt. Ein Psychiater wird aber auch kürzere, schwer schizophrene Zeiträume in einer Begutachtung schnell feststellen.


Therapie:

Eine konsequent durchgeführte Therapie ermöglicht den meisten Patienten ein dauerhaftes Leben außerhalb des Krankenhauses. Der Großteil davon kann zumindest zeitweise auch einen Beruf ausüben. Beruhigungsmittel und Antidepressiva können dafür allerdings nötig sein. Außerdem normalisieren bestimmte Neuroleptika, etwa Risperdal, Zyprexa, Clozapin den Dopaminspiegel. Doch Schizophrenie ist eine sehr komplexe Krankheit, jeder Patient hat eigene Symptome. Oft müssen zahlreiche Arzneimittel probiert wurden, bei einigen Menschen wirkt erst das dritte oder vierte Neuroleptikum. „Wir müssen bei jedem ganz genau hinschauen“, sagt Detmar Trostdorf, Chefarzt der Psychiatrie im Berliner Urban-Krankenhaus. Einige Patienten leiden für Tage, andere lebenslang.


In vielen Fällen können Psychotherapien helfen, die dazu beitragen, die Angst während der Krankheitszeiten, den Episoden zu verarbeiten. In der Therapie soll das angeschlagene Selbstwertgefühl gesteigert und so dem Patienten ein Leben mit der Schizophrenie erleichtern werden. Außerdem gibt es Gruppengespräche und die Arbeit mit Familienangehörigen und Partnern.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 16.01.2012

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