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Schilddrüsenoperationen

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Krankheitsbild

Erklärung:

Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes. Sie besteht aus einem linken und einem rechten Lappen. Beide Teile sind in der Mitte verbunden, weshalb ihre Form an einen Schmetterling erinnert. Im gesunden Zustand wiegt sie bis zu 25 Gramm. Die Nebenschilddrüsen, die den menschlichen Kalziumhaushalt regeln, sitzen auf der Rückseite der Schilddrüse. Die Hauptaufgaben der Schilddrüse sind die Speicherung von Jod und die Bildung des jodhaltigen Hormons Thyroxin. Letzteres steuert den gesamten Stoffwechsel sowie die Funktion von Nerven, Herz, Kreislauf und Muskeln. „Die Schilddrüse ist das Gaspedal des Körpers“, sagt Thomas Steinmüller, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung im DRK Klinikum Westend. Ist die Funktion der Schilddrüse gestört, hat das Einfluss auf den gesamten Organismus. Die häufigste Störung ist eine krankhafte Vergrößerung des Organs, die Struma oder Kropf genannt wird. Dabei kann die Schilddrüse auf das Zwanzigfache ihrer normalen Größe anwachsen. Weniger häufig sind eine gut- oder bösartige Knotenbildung und eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse.

Symptome:

Eine Schilddrüsenerkrankung – sei es eine Überfunktion oder eine Vergrößerung – macht sich im Stoffwechsel bemerkbar. Der Körper gerät durch das zuviel produzierte Schilddrüsenhormon aus der Balance. Starker ungewollter Gewichtsverlust kann die Folge sein. Außerdem neigen viele Betroffene zu Asthmaattacken, Durchfall, Haarausfall, Nervosität, Reizbarkeit und Schlafstörungen.

Ursache:

Ursache für fast alle Erkrankungen der Schilddrüse ist in der Regel Jodmangel. Auslöser können aber auch Immunkrankheiten, Entzündungen oder die genetische Veranlagung sein.

Zahlen:

Mehr als 100.000 Schilddrüsenoperationen werden hierzulande jedes Jahr durchgeführt. Das ist viel mehr als in den meisten vergleichbaren Industrieländern. Experten fordern deshalb eine bessere Vorsorge – zum Beispiel eine flächendeckend bessere Versorgung mit Jod.


Behandlung

Diagnostik:

Mit dem Einsatz von Ultraschall lässt sich schnell eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse leicht erkennen. Außerdem werden die Hormonwerte des Patienten bestimmt.

Therapie:

Normalerweise wird die Schilddrüse durch einen Schnitt in den Hals operativ entfernt. Dieser Eingriff gilt als Standardbehandlung und findet unter Vollnarkose statt. Viele Frauen wollen jedoch die üblichen OP-Narben am Hals vermeiden und lassen ihre Schilddrüse trotz Empfehlung von Ärzten nicht entfernen. In einigen Kliniken kann ihnen inzwischen geholfen werden: Operation ja, Narben am Hals nein. Bei dem neuen Eingriff werden die Instrumente durch das Brustgewebe zur Schilddrüse geführt. Bei Männern geht das wegen des fehlenden Brustfettgewebes nicht. Unter den Brustwarzen der Patientin wird die Haut mit je einem knapp ein Zentimeter langen Schnitt geöffnet. Mit einer winzigen Kamera samt Präzisionslampe dringt der Operateur durch zuvor eingeführte Metallrohre bis zum Hals vor, pumpt ihn dann durch einen dünnen Schlauch auf. Durch die Metalltunnels bahnen sich schließlich Zange und Schere ihren Weg, die Schilddrüse wird zerkleinert und aus dem Körper gezogen. Statt am Hals hat man bei dieser Operationsmethode Narben an den Brustwarzen. Der kosmetische Vorteil muss allerdings mit einer größeren Operation und einem eventuell höheren Komplikationsrisiko bezahlt werden.


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I.B., hah, ml

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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