Schädel-Hirn-Trauma
Krankheitsbild
Erklärung:
Als Schädel-Hirn-Trauma (SHT) werden Schädelverletzungen bezeichnet, durch die das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen ist. Oft handelt es sich dabei um Schädelbrüche, aber auch Gehirnerschütterungen zählen dazu. Mediziner unterscheiden zwischen den drei SHT-Stadien leicht, mittel und schwer. Während leichte Schädel-Hirn-Traumata allenfalls kurze Phasen der Bewusstlosigkeit oder des Gedächtnisverlusts zur Folge haben, kann ein schweres Schädel-Hirn-Trauma irreversible Schäden, bis hin zum Wachkoma, bedeuten.
Ursachen:
Ein Schädel-Hirn-Trauma entsteht infolge äußerer Gewalteinwirkung – bei einem Sturz oder Schlag.
Symptome:
Erste Hinweise darauf, dass nach einer Kopfverletzung ein Schädel-Hirn-Trauma vorliegen könnte, sind Kopfschmerzen oder Schwindel. Des Weiteren zählen Desorientiertheit, Gedächtnisstörung, emotionale Störungen, Sehstörungen, Übelkeit und Bewusstseinsstörung bis hin zum Bewusstlosigkeit zu den Anzeichen. Auch Epileptische Anfälle können Folge eines Schädel-Hirn-Traumas sein.
Zahlen:
Jährlich erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen ein Schädel-Hirn-Tauma. Etwa die Hälfte davon ist jünger als 25 Jahre. Meist kommen die Betroffenen mit einem leichten Trauma davon, schätzungsweise fünf Prozent aller Fälle sind schwere Schädel-Hirn-Traumata. Rund 2750 Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma sterben an ihren Verletzungen, weil diese so gravierend sind, dass lebenswichtige Funktionen nicht dauerhaft aufrechterhalten werden können. So kann zum Beispiel plötzlicher Atemstillstand zum Tod führen – oder eine Lungenentzündung, wenn das Immunsystem wegen des Traumas aufhört, zu arbeiten.
Behandlung
Diagnose:
Besteht Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma, sollte der Betroffene umgehend von einem Neurologen oder Neurochirurgen untersucht werden, am besten gleich in einer Klinik. Im Rahmen der Untersuchung spielt die Ergründung des Unfallhergangs eine wichtige Rolle. „Die Auskunft von Zeugen und Sanitätern kann wichtige Anhaltspunkte dafür liefern, wie hoch der Schweregrad der Verletzung ist und welche Maßnahmen zur Erstversorgung getroffen werden müssen“, sagt Andreas Jödicke, Chefarzt der Neurochirurgischen Abteilung im Vivantes Klinikum Neukölln.
Bei größeren Schädelbrüchen wird noch vor dem Röntgen ein Computertomogramm (CT) angefertigt, das Gehirnblutungen, -prellungen und andere Verletzungen sichtbar macht. Sind trotz Symptomen keine Auffälligkeiten auf dem CT erkennbar, empfiehlt sich eine Kernspintomografie.
Therapie:
Die Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas richtet sich nach der Schwere der Gehirnschäden. „Man muss nicht jeden Patienten mit einem leichten Schädel-Hirn-Trauma stationär aufnehmen, aber sicherstellen, dass er zuhause aufmerksam betreut wird und jederzeit schnell wieder in der Klinik vorgestellt werden kann“, sagt Jödicke. Bei leichteren Schäden lassen die Beschwerden binnen kurzer Zeit von allein nach. In den meisten Fällen reicht deshalb eine ambulante Nachuntersuchung aus.
Ziel ist es bei derart heftigen Kopfverletzungen zunächst vor allem, das Leben des Patienten zu retten, sowie Folgeschäden zu verhindern (z.B. durch Durchblutungsstörungen oder anschwellende, eingeklemmte Hirnteile).
Unter Umständen muss der Patient im Anschluss an die medizinische Behandlung in eine Früh-Rehabilitationsklinik eingeliefert werden. Physio-, Sprach- und Psychotherapie sollen dann helfen, sich der ursprünglichen Leistungsfähigkeit nach und nach wieder anzunähern.
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Maris Hubschmid
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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