Osteoporose (Knochenschwund)
Krankheitsbild
Erklärung:
Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens mit der Gefahr eines Bruchs. Dabei unterscheiden Mediziner zwischen einer primären und einer sekundären Osteoporose. Die häufigste Variante – die primäre – wird verursacht durch eine genetische Vorbelastung, Hormonmangel während der Wechseljahre oder schlicht durch das fortgeschrittene Alter der Patienten. Die sekundäre dagegen ist oft Folge von Cortisoneinnahme oder hormonellen Störungen (Überfunktion der Schilddrüse und Nebenschilddrüse), ist also durch vorausgegangene Behandlungen oder Krankheiten entstanden.
Zahlen:
Allein in der Abteilung für Osteologie am Berliner Immanuel Krankenhaus werden jährlich knapp 4000 Patienten mit osteologischen Erkrankungen (also das Skelettsystem betreffend), vor allem aber mit Osteoporose behandelt. Davon sind rund 80 Prozent weiblich. Dass besonders Frauen betroffen sind, liegt an den typischen Schwankungen im Hormonhaushalt während der Wechseljahre. Denn das ist einer der Risikofaktoren, der zu der auch Knochenschwund genannten Krankheit führen kann. Eine Studie aus dem Jahr 2006 ergab, dass bundesweit 25 Prozent der über 50-Jährigen Menschen an der Krankheit leiden.
Symptome:
Osteoporose bemerken die Erkrankten oft erst nach einem Bruch. Die Substanz des Knochens nimmt ab, schon leichte Stöße haben deshalb eine große Wirkung. Hier ist der geschulte Mediziner gefragt, der nach einem leichten Sturz mit der Folge eines Knochenbruchs den Patienten auf Osteoporose untersucht. Auch bei einer genetischen Vorbelastung sollten regelmäßige Tests sicherstellen, dass der Abbau des Knochens durch eine Therapie rechtzeitig gestoppt oder verzögert werden kann.
Behandlung
Diagnostik:
Zum Nachweis der Erkrankung wird die Knochendichte gemessen. Mit diesen Ergebnissen und weiteren Informationen zur Vorgeschichte des Patienten kann der Mediziner erkennen, ob ein unglücklicher Sturz den Bruch verursachte oder ob der Knochenschwund dafür verantwortlich war. Oft leidet der Patient in diesem Fall an einer so genannten sekundären Osteoporose. „Diese Form macht zwar nur zehn Prozent aller Fälle aus, diese sind aber oft dramatischer, weil sie häufiger mit Knochenbrüchen einhergehen“, sagt Maya Hellmich, Chefärztin der Osteologie im Immanuel Krankenhaus.
Therapie:
Die sekundäre Osteoporose tritt als Folge von anderen Krankheiten (zum Beispiel bei entzündlichem Rheuma) und als unerwünschte Nebenwirkung einer medikamentösen Therapie auf. Denn der Segen einer erfolgreichen Behandlung kann auch zum Fluch werden: Cortisonbehandlungen zählen zu den klassischen Risikofaktoren. In solchen Fällen hilft es häufig schon, das Cortison – wenn möglich – zu reduzieren oder abzusetzen. Mit der Zeit kann sich dann die Knochensubstanz wieder aufbauen. Weitere Ursachen für einen Knochenschwund sind Magersucht und Bewegungsunfähigkeit. Auch zu viel Alkohol und das Rauchen begünstigen Osteoporose. Wenn Muskeln nicht bewegt werden und die Muskelmasse abnimmt, hat das einen direkten Effekt auf die Knochen. Mechanische Reize der Muskeln regen den Knochenstoffwechsel an. Wenn diese ausbleiben, schwächt das die Knochensubstanz.
Häufig können Risikofaktoren jedoch nicht vermieden werden. Deshalb erfordern sowohl die primäre Osteoporose – mit ca. 90 Prozent der allergrößte Teil aller Erkrankungsfälle – als auch die sekundäre Osteoporose eine komplexe Behandlung.
Grundsätzlich greifen vorbeugende und therapeutische Maßnamen bei der Behandlung der Krankheit ineinander. Das Mineral Calcium ist wichtig für die Knochenstabilität, Vitamin D transportiert es dorthin. Zusätzlich sollen die Muskeln aufgebaut werden. Ideal wäre also Walking bei schönem Wetter, denn die natürlichste Form von Vitamin D wird durch Sonnenstrahlen gebildet. Zusätzlich helfen Medikamente, den Knochenschwund aufzuhalten oder sogar zurückzudrängen. Medikamente können in drei Formen verabreicht werden: Als Tablette, per Spritze oder durch intravenöse Infusionen. Osteologie-Chefärztin Hellmich sagt: „Insgesamt ist die Osteoporose-Behandlung heutzutage sehr differenziert geworden. Vorrangiges Ziel ist, Knochenbrüche zu vermeiden. Selbst schwere Verläufe können erfolgreicher behandelt werden als früher. Der medizinische Fortschritt hat sich in diesem Bereich sehr gut entwickelt.“
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Lisa Geiger
Artikel zuletzt aktualisiert am: 20.01.2012
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