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Oberschenkelhalsbruch

 	 Grafik: SPL, Fabian Bartel

Grafik: SPL, Fabian Bartel

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Schon vermeintlich leichte Stürze können die entkalkten Knochen älterer Menschen brechen lassen. Wenn die porösen Knochen nicht mit langen Schrauben zusammengehalten werden können, müssen Chirurgen ein künstliches Hüftgelenk einsetzen


Krankheitsbild


Erklärung:

Menschliche Oberschenkelknochen bestehen aus einem langen Schaft und einem kurzen, leicht gewinkelten Schenkelhals, der das Hüftgelenk trägt. In diesem Bereich ist der Knochen dünner und schwächer, was durch die permanente Beanspruchung, die Reibung beim Laufen, verstärkt wird.


Symptome:

Nach einem Oberschenkelhalsbruch kann ein Betroffener weder stehen noch gehen, er spürt starke Schmerzen in der Leistengegend. Auf der betroffenen Körperhälfte kann das Bein nach außen verdreht oder verkürzt sein.


Ursachen:

Je nach Alter des Betroffenen kommt es aus unterschiedlichen Gründen zu diesem komplizierten Bruch. In hohem Lebensalter baut sich die Knochensubstanz auf natürlichem Weg durch Entkalkung ab – Ärzte bezeichnen diesen Prozess als Osteoporose . Bereits ein vermeintlich unbedeutender Sturz in der Küche kann dann zu diesem Bruch führen. In seltenen Fällen ist ein Tumor der Grund für einen Oberschenkelhalsbruch. Bei Kindern und Erwachsenen bis zum 60. Lebensjahr kommt es meist nur durch starke Gewalteinwirkungen – etwa bei Auto- oder Sportunfällen – zu Oberschenkelhalsbrüchen.


Zahlen:

Jedes Jahr müssen rund 4000 Oberschenkelbrüche in Berlin versorgt werden.


Behandlung


Diagnostik:

Die Ärzte sichern ihre Diagnose nach den Berichten der Patienten mithilfe eines Röntgenbildes. Wenn die Diagnose dennoch schwer fällt, werden Magnetresonanz- oder Computertomografien durchgeführt.


Therapie:

Ein Oberschenkelhalsbruch muss in den meisten Fällen operiert werden. Nur selten reicht die Entlastung für einen Zeitraum von 6-12 Wochen aus. Je nach Bruch kommen unterschiedliche chirurgische Eingriffe in Betracht, dabei können zwei Verfahren angewandt werden: Entweder verbinden die Ärzte den Schenkelhals mit dem Hüftkopf durch lange Schrauben. Oder aber sie setzen ein künstliches Hüftgelenk ein. Diese Variante empfiehlt sich eher bei Patienten mit schlechter Knochensubstanz und einem verschlissenen Hüftgelenk.


Einen Bruch am Oberschenkelschaft, unterhalb des Schenkelhalses verschrauben die Chirurgen oder setzen einen etwa 15 Zentimeter langen Metallstift vertikal in den Oberschenkelknochen. Damit er nicht verrutscht, wird er mit Schrauben im Knochen fixiert. Das nach der OP notwendige lange Liegen im Krankenbett kann vor allem für ältere Menschen zu lebensbedrohlichen Blutgerinnseln in den Venen – Ärzte nennen sie Thrombosen – und schweren Lungenentzündungen führen. Betroffene sollten deshalb möglichst schnell nach dem Bruch operiert werden. „Denn je länger der Patient nach dem Unfall auf den Eingriff warten muss, desto schwächer wird er danach sein“, sagt Christian Geiger, Chefarzt der Chirurgie im Jüdischen Krankenhaus.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 20.01.2012

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