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Netzhautablösung

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Löst sich die Netzhaut von der Innenwand des Auges ab, sterben die Sinneszellen aufgrund der Unterversorgung mit Nähr- und Sauerstoff. Dann ist ein schneller chirurgischer Eingriff gefragt


Krankheitsbild


Erklärung:

In der Netzhaut des Auges befinden sich Sinneszellen, so genannte Fotorezeptoren, die das einfallende Licht in Nervenimpulse umwandeln. Der Sehnerv leitet die Informationen an das Gehirn, die im Großhirn zu einem Bild zusammengesetzt werden und sich zur eigentlichen Sinnesempfindung manifestieren. Löst sich die Netzhaut von der Innenwand des Auges ab, sterben die Sinneszellen aufgrund der Unterversorgung mit Nähr- und Sauerstoff. Im schlimmsten Fall erblindet der Betroffene.


Symptome:

Die Betroffenen nehmen zunächst unregelmäßig auftretende Blitze oder Lichterscheinungen wahr. Im fortgeschrittenen Stadium können die Betroffenen unter Schatten am Blickrand, Sehstörungen in Form von Mückenschwärmen oder Russregen leiden. Ist die Netzhaut am Punkt des schärfsten Sehens – die Ärzte nennen es die Makula – abgelöst, können die Betroffenen nur noch helle und dunkle Bilder unterscheiden.


Ursachen:

Netzhautablösungen sind die Folge einer Vielzahl von Erkrankungen wie Netzhautlöcher oder Wucherungen im Glaskörper. Vor allem Kurzsichtige sind gefährdet. Ihre Netzhaut ist dünner als die anderer Menschen. Dadurch können schneller Löcher entstehen. Diabetiker gehören auch zur Risikogruppe. Sie leiden oft unter Veränderungen der Gefäße und des Bindegewebes in Netzhaut und Glaskörper.


Zahlen:

Deutschlandweit kommt im Jahr in der Regel auf 10.000 Menschen eine Netzhautablösung. Vor allem Männer und Frauen ab 50 sind gefährdet.


Behandlung


Diagnostik:

Der Arzt diagnostiziert die Erkrankung durch eine Untersuchung des Augenhintergrundes.


Therapie:

Netzhautablösungen sind Notfälle, die operiert werden müssen. Es gibt zwei Operationstechniken, die beide oft unter Vollnarkose durchgeführt werden. Entweder wird das Auge von außen eingedellt. Oder aber der Chirurg nimmt eine komplette Glaskörperentfernung vor. Das Auge wird dann ein- oder beidseitig eingedellt, wenn es sich um eine kleinere Netzhautablösung handelt. Bei einer beidseitigen Eindellung nähen die Ärzte einem winzigen Plastikgurt um das Auge – das Auge wird so dauerhaft leicht eingedrückt, wodurch die Augenhülle wieder die Netzhaut berühren kann.


Oft verbinden die Chirurgen diese Methode mit einer Kältebehandlung. Von außen wird die Augenhülle vereist, um so eine kontrollierte Entzündung hervorzurufen. Nach der Heilung verbleibt dann eine Narbe, die die Netzhaut an die Augenhülle heftet. Bei einer Glaskörperentfernung muss der Chirurg drei etwa ein millimetergroße Zugänge am Auge legen. „Der Glaskörper ist wichtig für die Entwicklung des Auges im Kindesalter. Brauchen tun wir ihn dann aber nicht mehr“, sagt Joachim Wachtlin, Chefarzt der Augenheilkunde am Sankt-Gertrauden-Krankenhaus in Wilmersdorf. Nachdem die gallertartige Masse, also der Glaskörper, entfernt wurde, füllt der Arzt den Augeninnenraum mit Spezialgas oder Öl. Durch diese Ersatzstoffe wird die Netzhaut wieder an die Augeninnenwand gedrückt. Stellenweise wird die Netzhaut auch bei dieser Behandlung mithilfe eines Lasers oder Vereisungsstift an die Innenwand geschweißt, um sie zu stabilisieren.


Nach der Operation muss der Patient so gebettet werden, dass das Gas auf die Stelle drückt, an der die Netzhaut anwachsen soll. Nur langsam stellen sich Augenlicht und Sehschärfe wieder her. Nach rund drei Wochen ist die Netzhaut angewachsen. Während das Gas auf natürlichem Weg von körpereigenem Augenwasser ersetzt wird, wird dass eingesetzte Öl chirurgisch entfernt. Insgesamt hängt der Erfolg dieser Behandlung entscheidend von der Präzision des Chirurgen und dem Zeitpunkt der Diagnose ab. In Berlin werden jährlich rund 800 Menschen wegen Netzhautablösungen operiert. Bei etwa einem Viertel aller Betroffenen löst sich die Netzhaut erneut ab.


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Ingo Bach, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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