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Myasthenie

Die Myasthenie ist eine schwere Muskelschwäche, die durch ein gestörtes Immunsystem verursacht wird. Sie ist eine der sogenannten "Seltenen Krankheiten", weil sie nur relativ wenige Patienten trifft.


Krankheitsbild


Erklärung:

Kennzeichen der Erkrankung ist eine Muskelschwäche, die belastungsabhängig ist, und die sich in Ruhe wieder bessert. Nach Angaben der Deutschen Myasthenie-Gesellschaft (DMG) liegt der Störung eine Beeinträchtigung der Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel zugrunde. Dadurch sei die geordnete Muskelanspannung nach einem Nervenreiz gestört. Ursache dieser Störung ist eine fehlgesteuerte Immunreaktion, das heißt eine Bildung von Abwehrstoffen (Antikörpern) gegen körpereigene Strukturen auf der Muskulatur.


Symptome:

Myasthenie Patienten leiden häufig an einer belastungsabhängigen Muskelschwäche. Nach Angaben der DMG klagen zu Beginn der Erkrankung viele Patienten über Sehstörungen, vor allem im Laufe des Tages und wenn sie müde sind, – außerdem über Doppelbilder und eine „Müdigkeit“ der Oberlider, so dass die Augen schließlich ungleich weit geöffnet sind. Schließlich breitet sich teilweise auf den gesamten Körper aus und kann mit Schluckstörungen und Atemnot verbunden sein, so dass auch eine intensivmedizinische Behandlung notwendig werden kann, heißt es beim neuzertifizierten Myastheniezentrum der Charité. Die Störungen werden in der Regel bei Anstrengung stärker und sind am Abend ausgeprägter als am Morgen. Allerdings mildert sich die Symptomatik nach einer Erholungsphase.


Zahlen:

Nach Angaben der DMG kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Frauen erkrankten früher – schon ab dem 20. Lebensjahr – und oft auch schwerer als Männer. Man schätze die Häufigkeit auf etwa einen Erkrankten pro 10.000 Personen, heißt es bei der Myasthenie-Gesellschaft. Die Erkrankung sei nicht ansteckend und ein familiäres Auftreten extrem selten.


Behandlung


Therapie:

»Die Behandlung erfordert nicht nur spezielle neurologische und intensivmedizinische Kenntnisse, sondern auch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit", sagt Andreas Meisel, Leiter des Myasthenie-Zentrums der Charité. Deshalb zertifiziert die DMG solche Zentren. Derzeit gibt es in Deutschland drei Myasthenie-Zentren, eines davon in Berlin.
Die Therapie erfolgt medikamentös oder operativ. Laut den Behandlungsleitlinien der DMG können spezielle Medikamente die Nervenimpulse verstärken und damit der Muskelschwäche entgegenwirken.
Zum Therapiekonzept des Ärzteteams gehöre häufig auch die Thymektomie, also die komplette Entfernung der Thymusdrüse. Dieses kleine, zweiflüglige Organ, das hinter dem Brustbein sitzt, spielt in Kindheit und Jugend eine große Rolle beim Aufbau des Immunsystems. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Entfernung der Drüse den verlauf solcher Autoimmunkrankheiten, wie der Myasthenie, positiv beeinflussen können.


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I.B.

Artikel zuletzt aktualisiert am: 27.08.2011

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