Magenkrebs
Krankheitsbild
Erklärung:
Der Magen ist ein hohlräumiger Muskel, der mit einer Schleimhaut ausgekleidet ist. Im Magen wird die aufgenommene Nahrung gespeichert und mithilfe ätzender Magensäure verdaut. Bei einer Erkrankung kann die Verdauung erheblich beeinträchtig werden. Der Tumor bildet am häufigsten gefährliche Tochtergeschwulste – die Ärzte sprechen von Metastasen – in Knochen, Leber und Lunge.
Symptome:
Im Frühstadium sind die Symptome eher unbestimmt: Druckgefühl im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen und Widerwillen gegen bestimmte Speisen, meist Fleisch. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten deutlichere Beschwerden auf. Vor allem Appetitlosigkeit, Blutarmut, Erbrechen von Blut, Gewichtsverlust, Schmerzen beim Schlucken und Teerstuhl können auf einen Magenkrebs hindeuten.
Ursachen:
Die genaue Ursache für Magenkrebs ist unbekannt. Eine Infektion mit der Bakterie Helicobacter pylori in Zusammenhang mit einer chronischen Magenschleimhautentzündung kann zu Magenkrebs führen. Rauchen, Alkoholmissbrauch, ungesunde Ernährung – viel Salz und Grillfleisch –, Polypen und Übergewicht begünstigen ebenfalls die Entstehung eines Krebsgeschwürs. Veranlagung erhöht ebenfalls das Risiko eines Magentumors.
Behandlung
Diagnostik:
Die Ärzte diagnostizieren eine Erkrankung und ihre Ausbreitung über Magenspiegelungen, Gewebeproben, Blutwertanalysen, Röntgenbilder und Computer- sowie Kernspinntomografien. Menschen jenseits ihres 70. Lebensjahres sind am häufigsten von Magenkrebs betroffen.
Therapie:
Bei Magenkrebs raten die meisten Ärzte zu einer Operation. Zuvor erhalten die Patienten meist eine Chemotherapie. Im sehr frühen Stadium kann das Krebsgeschwür mithilfe minimalinvasiver Techniken entfernt werden. Ein Chirurg schabt den Tumor über ein Endoskop, das über Mund und Speiseröhre in den Magen eingeführt wird, aus der Magenschleimhaut. Im fortgeschrittenen Stadium muss der Magen teilweise oder sogar ganz heraus geschnitten werden.
Ein Leben ohne Magen ist möglich. Chirurgen nähen dazu aus Teilen des Dünndarms einen Ersatzmagen. Nach einer erfolgreichen Operation muss der Betroffene kleinere Nahrungsportionen über den Tag verteilt zu sich nehmen. Medikamente ersetzen fehlende Verdauungsenzyme und Vitamine. Meist verliert der Patient nach einer Operation an Gewicht. Wurde der Mageneingang oder der Magenausgang entfernt, müssen die Betroffenen nach dem Essen eine Ruhepause einhalten. Kann der Tumor nicht entfernt werden und ist eine normale Ernährung nicht mehr möglich, wird der Betroffene über einen Schlauch künstlich ernährt, dazu erhält er Schmerzmittel.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 07.03.2012
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