Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin Lymphom)

Das Lymphsystem durchzieht den gesamten Körper. Deshalb kann ein Lymphdrüsenkrebs nur durch eine Chemotherapie behandelt werden. Und die Heilungschancen sind groß.


Krankheitsbild


Erklärung:

Knochenmark, Lymphknoten und Milz sind wichtige Bestandteile des menschlichen Immunsystems. Sie dienen der Produktion der Lymphozyten. Diese bestehen aus B-Zellen und T-Helferzellen und T-Killerzellen. Zusammen bekämpfen sie krankheitserregende Bakterien und Viren. Bei einer Entartung dieser Lymphozyten bilden sich im Knochenmark und in den Lymphdrüsen unkontrolliert übergroße und unausgereifte B-Zellen als bösartige Geschwülste – Ärzte nennen sie maligne Lymphome. Diese Erkrankung kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Immunsystems führen.


Symptome:

Die Symptome ähneln denen vieler anderer Krankheitsbilder: angeschwollene Lymphknoten, andauernder Husten und Luftnot gehören dazu. Außerdem können Gewichtsverlust, Fieber, Juckreiz, Leistungsabfall und allgemeines Schwächegefühl auftreten.


Ursachen:

Die genaue Ursache für bösartige Lymphome ist unbekannt. Eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, dem Pfeifferschen Drüsenfieber, erhöht das Risiko für Lymphdrüsenkrebs.


Zahlen:

In Deutschland erkranken jährlich rund 2000 Menschen an dieser Tumorkrankheit. Zwei Drittel der Patienten können geheilt werden.


Behandlung


Diagnostik:

Ärzte diagnostizieren diese Krankheit mithilfe von Blutuntersuchungen, Gewebeproben der Lymphknoten, Knochenmarkpunktionen und bildgebenden Verfahren wie Röntgenstrahl- und Ultraschalluntersuchungen sowie Computertomografien.


Therapie:

Lymphdrüsenkrebs lässt sich nicht über einen chirurgischen Eingriff heilen, da das Lymphsystem durch den kompletten Körper verläuft. In der Regel wird deshalb auf eine Chemotherapie zurückgegriffen. Meist erfolgt sie ambulant. Unangenehme Nebenwirkungen sind Brechreiz und Haarausfall. Die Medikamente greifen aber auch die Schleimhäute in Mund und Darm an. Schmerzhafte Entzündungen können die Folge sein. Während der Chemotherapie kann es zu Komplikationen kommen. Aufgrund der Medikamente sind Blutungen schwerer zu stillen als bei anderen Verletzungen. Der Körper ist während einer Chemotherapie außerdem für Infekte anfällig. Nach der schweren Behandlung schließt sich eine Strahlentherapie an, um Reste von Krebszellen im Lymphsystem nachzuweisen.


Während der Bestrahlung sind die betroffenen Bereiche der Haut besonders empfindsam, es kann zu entzündlichen Hautreizungen kommen. Andere Nebenwirkungen sind Appetitlosigkeit, Geschmacklosigkeit und Mundtrockenheit. Spätfolgen einer Behandlung können anhaltendes Erschöpfungsgefühl – in der Medizin wird es das Fatigue Syndrom genannt, Unfruchtbarkeit und ein erhöhtes Risiko an anderen Tumoren zu erkranken. Tritt der Lymphdrüsenkrebs erneut auf, muss über eine Knochenmarks- oder Stammzelltransplantation nachgedacht werden.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 07.03.2012

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