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Kataraktoperationen (Grauer Star)

 	 Grafik: SPL, Fabian Bartel

Grafik: SPL, Fabian Bartel

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Ab dem 65. Lebensjahr trübt sich das Auge oft ein. Ärzte nennen das Katarakt. Wenn der Alltag nicht mehr zu bewältigen ist, muss die Linse ausgetauscht werden


Krankheitsbild


Erklärung:

Die Linse im menschlichen Auge funktioniert wie die Linse in einem Fotoapparat. Ist sie trübe, wird das Bild unscharf. Man sieht dann wie durch einen Schleier. Grauer Star tritt oft erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Dennoch empfehlen Experten schon ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zum Augenarzt zu Kontrolluntersuchungen zu gehen.

Geheilt werden kann Grauer Star nur operativ, nicht durch Medikamente. Eine Kataraktoperation, so das Fachwort, zählt mittlerweile zu den häufigsten und sichersten Eingriffen. Dazu wird die alte, trübe Linse entfernt und eine Kunstlinse eingesetzt. Die Komplikationsrate ist sehr gering. Schon am Tag nach der Operation sieht der Patient besser.


Symptome:

Die Sehfähigkeit nimmt langsam ab, Kontraste und Farben verblassen. Das Auge reagiert auf helles Licht empfindlicher, Betroffene sind permanent leicht geblendet.


Ursache:

Grundsätzlich ist Grauer Star eine altersbedingte Erscheinung. Darüber hinaus können Augenverletzung, etwa Prellungen des Augapfels durch Schläge, und Krankheiten wie Diabetes, durch die sich Glukose in der Linse einlagert, die Entstehung einer Katarakt begünstigen.


Zahlen:

Die meisten Über-60-Jährigen hierzulande sind von unterschiedlich schweren Fällen des Grauen Stars betroffen. In Deutschland werden jährlich mehr als 500.000 Kataraktoperationen durchgeführt, davon immer mehr ambulant.


Behandlung


Diagnostik:

Augenärzte können Grauen Star in der Regel schnell und einfach erkennen. Dafür nutzt der Mediziner im Normalfall die Spaltlampenuntersuchung, oft nach einer durch Augentropfen erzeugten Pupillenerweiterung. Bei einem besonders ausgeprägten Grauen Star kann die Pupille außerdem sichtbar weiß erscheinen.


Therapie:

Das Prinzip jeder Kataraktoperation ist, die trübe Linse zu entfernen und durch eine Kunstlinse zu ersetzen. Der Kern der Linse wird dazu nach einem Einschnitt mit Ultraschall zerkleinert. Die losen Reste der alten Linse können so abgesaugt werden. Zurück bleibt der hauchdünne, leere Kapselsack, als Hülle für die Kunstlinse. Da Kataraktoperationen ein Standardeingriff sind, werden viele Behandlungen ambulant durchgeführt – sowohl in Kliniken als auch in zahlreichen Praxen niedergelassener Ärzte. Stationär wird Grauer Star dann behandelt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen, sagt Carl Erb, Chefarzt der Augenabteilung der Charlottenburger Schloßparkklinik.


Etwa wenn jemand bereits ein Auge verloren habe. Dann werde die verbliebene, betroffene Linse unter Vollnarkose entfernt, um das Verletzungsrisiko – zum Beispiel durch plötzliches Hochschrecken während der OP – zu minimieren. Normalerweise wird der Eingriff bei betäubtem Auge, aber bei vollem Bewusstsein des Patienten durchgeführt. Die Brechwerte der neuen Kunstlinse werden vor ihrem Einsatz genau berechnet, dennoch sieht ein Patient oft erst mit einer Brille in jeder Lage wieder sehr gut.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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