Hüftprothese, Künstliches Hüftgelenk (Arthrose)
Krankheitsbild
Erklärung:
Das Hüftgelenk verbindet Becken und Oberschenkel miteinander. Zwischen Oberschenkelkopf und Beckenpfanne befindet sich eine Knorpelschicht – hier reiben sich durch die Bewegung der Beine täglich immense Kräfte. Die Hüftgelenke gehören zu den am stärksten beanspruchten Gelenken im menschlichen Körper.
Symptome:
Eine Abnutzung des Hüftgelenks macht sich deutlich bemerkbar: Schmerzen bei jeder Bewegung, Wetterfühligkeit, steife Gelenke und ein unsicherer Gang. Mit zunehmender Erkrankung schränkt sich die Beweglichkeit immer mehr ein und die Hüftgelenke schmerzen selbst bei völlig ruhigem Sitzen.
Ursachen:
Mit zunehmendem Alter wird der Knorpel brüchig, schließlich abgerieben. Die wesentliche Ursache für den Verschleiß der Hüftgelenke, Arthrose genannt, sind Überbelastungen durch harte körperliche Arbeit, zu viel Sport und Übergewicht. Aber auch mangelnde Bewegung und angeborene Fehlstellungen wie ein Hüftschiefstand können zu einem vorzeitigen Verschleiß führen. Erbliche Veranlagung und Stoffwechselerkrankungen begünstigen Arthrose.
Zahlen:
Jedes Jahr werden in Berliner Kliniken mehr als 4600 künstliche Hüftgelenke implantiert.
Behandlung
Diagnostik:
Der Arzt stellt den Grad der Abnutzung mithilfe eines Röntgenbildes und durch die Patientenberichte über die Art der Beschwerden fest.
Therapie:
Die Erkrankung an sich ist nicht heilbar. Die Therapie zielt deshalb auf die Verlangsamung des Verlaufes und eine Linderung der Beschwerden ab. Im frühen Stadium helfen Diäten, orthopädisches Schuhwerk, Physiotherapie und Medikamente. In schweren Fällen ist ein künstliches Gelenk der letzte Ausweg. Eine Möglichkeit der Operation ist die Totalendoprothese – also das Einsetzen eines Kunstgelenkes. Um an das Gelenk heranzukommen und es austauschen zu können, müssen die Knochen chirurgisch offen gelegt werden. „Dabei schneiden wir genau in den Muskellücken entlang, um möglichst wenig zu verletzen“, sagt Wolfgang Noack, Chefarzt der Orthopädie im Waldkrankenhaus Spandau.
Drei Komponenten bilden das künstliche Hüftgelenk. Eine Gelenkkugel aus Keramik ersetzt den Kopf des Oberschenkels in der Hüfte. Der Schaft wiederum ist je nach Länge der Beine zwölf bis 18 Zentimeter lang, und besteht aus Stahl oder aus Titan. Er wird entweder in den Oberschenkelknochen einzementiert oder verspannt. Die Gelenkpfanne wird durch eine hohle Halbkugel aus Metall ersetzt. Bei stabilen, wenig porösen Knochen kann auf das Absägen des Oberschenkelkopfes verzichtet werden. Auf den Knochen wird dann, ähnlich wie bei einer Zahnkrone, ein Aufsatz aus Stahl gesetzt, zusätzlich wird eine Pfanne aus Stahl implantiert. In einigen Fällen wird der Aufsatz mit einem Anker im Knochengewebe befestigt.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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