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Herztransplantation

Versagt das eigene Herz, muss ein fremdes Organ transplantiert werden. Zuvor wird die kostbare Spende in einer Kühlbox auf Eis gelegt


Krankheitsbild


Erklärung:

Ohne Herz ist kein Leben möglich. Ein gesundes Herz zieht sich etwa 70 Mal pro Minute zusammen und pumpt kontinuierlich rund fünf Liter Blut durch den Kreislauf eines Erwachsenen. Ist es zu schwach oder aus dem Rhythmus gekommen, muss es mithilfe von Medikamenten oder Schrittmacher unterstützt werden.

Herztransplantationen sind schwere chirurgische Eingriffe. Erst wenn keine anderen Behandlungsmethoden möglich sind und Lebensgefahr droht, schlagen Ärzte diese Operation vor.


Ursachen:

Herzschwäche und -rhythmusstörungen werden auf eine Unterversorgung der Herzmuskelzellen mit Sauerstoff zurückgeführt. Außerdem können Herzklappenfehler und Herzmuskelentzündungen zu einer Herzschwäche führen. Sie wird durch Bluthochdruck, hohes Alter, Schilddrüsenüberfunktion, Übergewicht, Diabetes und unwillkürliche Atemstillstände während des Schlafs begünstigt.


Zahlen:

Bundesweit werden jedes Jahr rund 350 Herztransplantationen durchgeführt. Allein in Berlin sind es etwa 30.


Behandlung


Diagnostik:

Die Ärzte diagnostizieren Herzschwäche und – rhythmusstörungen mit Hilfe einer Abfolge unterschiedlicher Elektrokardiogramme : Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG. Des Weiteren werden Blut – und Herzkatheteruntersuchungen, Kernspinntomographie , Ultraschall und Untersuchungen zur Sauerstoffaufnahme unter Belastung durchgeführt.


Therapie:

Transplantationen sind bis zum 65. Lebensjahr möglich. Ist ein Spenderherz gefunden, muss es so schnell wie möglich eingesetzt werden. Zunächst wird das neue Organ aus dem Brustkorb des Verstorbenen entfernt und zum Transport in einer vier Grad kalten Lösung steril konserviert. In einer Kühlbox reist das Spenderherz dann im Sonderflug, denn es muss binnen vier Stunden wieder schlagen.

„Dringlichkeit“ und „Erfolgsaussicht“ regeln laut deutschem Transplantationsgesetz , welcher Patient für das Spenderorgan in Frage kommt. Während die Chirurgen das neue Herz an die Gefäße annähen, hängt das Leben des Empfängers an einer Herz-Lungen-Maschine. Nach erfolgreicher Operation kann der Betroffene innerhalb von knapp sechs Wochen die Klinik verlassen.


In Deutschland gibt es zu wenige Spenderorganen, vor allem die Zahl verfügbarer Herzen sinkt. Rund 160 Menschen warten in Berlin derzeit auf ein Spenderherz. Die Wartezeit kann bis zu drei Jahren betragen. Ein Drittel der Wartenden überlebt das erste Jahr nicht. Bundesweit gilt die „erweiterte Zustimmungslösung“, bei der Organe entnommen werden, wenn der Verstorbene dies ausdrücklich – zum Beispiel durch einen Organspendeausweis – bejaht hat oder die Angehörigen der Entnahme zustimmen. Nur rund 17 Prozent der Deutschen hatten 2008 einen Organspendeausweis. „Der Erfolg der Transplantation hängt vom Zustand des Spenderherz und dem Gesundheitszustand des Empfängers ab“, sagt Roland Hetzer, Direktor des Deutschen Herzzentrums in Berlin. Jeder fünfte Empfänger eines neuen Herzens verstirbt innerhalb eines Jahres. Ein normales Leben ist aber bei einer erfolgreichen Transplantation prinzipiell möglich. „Nach Herztransplantationen erreichen viele der operierten Patientin 80 bis 90 Prozent der Leistungsfähigkeit eines Gleichaltrigen“, sagt Hetzer.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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