Herzschrittmacher (Herzrhythmusstörungen)
Krankheitsbild
Erklärung:
Erklärung: Ein gesundes Herz zieht sich etwa 60 Mal pro Minute zusammen und pumpt kontinuierlich rund fünf Liter Blut durch den Kreislauf. Bei Herzrhythmusstörungen ist der normale Herzschlag aus dem Takt gekommen. Entweder schlägt das Herz unregelmäßig, zu schnell oder viel zu langsam.
Symptome:
Die Symptome werden von den Betroffenen unterschiedlich wahrgenommen. Mögliche Beschwerden sind Angst und Nervosität, Aussetzen des Pulses, Bewusstlosigkeit, Brustschmerzen, Herzrasen, Herzstolpern, Leistungsschwäche, Luftnot, Schwindel und Sehstörungen.
Ursachen:
Viele dieser Rhythmusstörungen werden auf eine Unterversorgung der Herzmuskelzellen mit Sauerstoff zurückgeführt. Gefäßverengungen am Herzen, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzklappenfehler, Herzmuskelentzündungen oder Bluthochdruck können Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Sie werden außerdem durch ein hohes Alter, Schilddrüsenüberfunktion, Übergewicht, Diabetes und unwillkürliche Atemstillstände während des Schlafs begünstigt.
Zahlen:
Pro Jahr werden in Berlin mehr als 3000 Herzschrittmacher eingesetzt.
Behandlung
Diagnostik:
Diagnostik: Der Arzt diagnostiziert Herzrhythmusstörungen mit Hilfe einer Abfolge unterschiedlicher Elektrokardiogramme (EKG): Ruhe-EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG. Um die Diagnose abzusichern, nehmen Ärzte unter Umständen weitere Untersuchungen vor: Blutuntersuchung, Magnetresonanz-, Computer- und Kernspinntomografie, Ultraschall. Durch den etwaigen Einsatz eines Herzkatheters, ein dünner Kunststoffschlauch der durch die Blutgefäße bis ans Herz geschoben werden kann, spritzen Ärzte so genannte Kontrastmittel in die Gefäße, die Engstellen oder Zirkulationsprobleme auf einer Röntgenaufnahme sichtbar machen.
Therapie:
Die Therapie fällt je nach den Ursachen unterschiedlich aus. Zunächst wird versucht, den Herzschlag mit Medikamenten zu normalisieren. Schlägt das Herz dennoch zu langsam, wird ein Herzschrittmacher eingesetzt – kleine Minicomputer mit intelligenter Software. Sie werden von den Herzspezialisten unter der Brusthaut der Betroffenen eingepflanzt und mittels Elektroden direkt mit dem Herzen verbunden. Mit diesen Elektroden steuert der Schrittmacher die Pumpbewegungen des Muskels, wenn die natürliche Taktgebung gestört ist.
Ausgestattet mit langlebigen Lithium-Batterien, halten die wenige Zentimeter großen Apparate heute bis zu sieben Jahren. Je nach Bedarf werden sie in unterschiedlichen Positionen am Herz implantiert. „Seit einigen Jahren ist man der Überzeugung, dass die nur dann arbeiten sollten, wenn sie auch wirklich gebraucht werden“, sagt Heiko Lehmann von der Caritas-Klinik Pankow. „Durch moderne Rechentechniken ist es möglich, dass die Geräte erkennen, wann sie einsetzen, also einen Kontraktionsimpuls an das Herz senden müssen.“ Wenn die Batterien erschöpft sind, muss der Herzschrittmacher ausgetauscht werden.
Im Alltag können sich Herzschrittmacherpatienten heute praktisch ohne Einschränkungen bewegen. Starke elektromagnetische Felder können den Herzschrittmacher beeinflussen, treten im häuslichen Umfeld aber kaum auf. Mit Mobiltelefonen kann normal telefoniert werden, sie sollten nur nicht ständig in der Jackentasche über dem Herzschrittmacher getragen werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt einen Mindestabstand von 20 Zentimetern zum implantierten Schrittmacher.
Der Einsatz elektromagnetischer Felder für weitere medizinische Behandlungen, etwa einer Magnetresonanztomografie oder Stromtherapie ist bei Schrittmacherträgern nicht oder nur eingeschränkt möglich.
Weitere Texte zum Thema Herzerkrankungen:
Bypass-Operation
Herzinfarkt
Herzkatheter
Herzklappenfehler
Herztransplantation
Kombinierte Herzklappen- und Bypass-Operation
42 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen
Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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