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Herzkatheteruntersuchung und -behandlung

 	Grafik: Fabian Bartel

Grafik: Fabian Bartel

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Mit dünnen Kathetern, winzigen Ballons und Maschendrahtröhrchen kann Infarktpatienten geholfen werden – dabei merkt der Patient allenfalls einen Stich der Kanüle


Krankheitsbild


Erklärung:

Ein Herzkatheter ist ein bis zu 1,50 Meter langer, drei Millimeter dünner Plastikschlauch. Ärzte behandeln mithilfe dieses Gerätes vor allem Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße. Sie versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Sie versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Durch Ablagerungen von Fett und Kalk oder durch Blutgerinnsel können sich diese feinen Adern stark verengen oder ganz verschließen. Die Blutversorgung und damit die Funktion des Muskels sind dadurch eingeschränkt. Lebensbedrohlich wird es, wenn die Kranzgefäße komplett verstopfen. Dann stirbt das Muskelgewebe dahinter ab – ein Herzinfarkt ist die Folge.


Symptome:

Einen Herzinfarkt erkennen die Betroffenen an plötzlich stechenden Schmerzen im linken Brustbereich, die bis in den Arm ausstrahlen können. Es treten Angst- und Beklemmungsgefühle, Atemnot, Schwindel und Bewusstlosigkeit auf. Frauen klagen eher über Magenschmerzen als über Brustbeschwerden.


Zahlen:

In Berliner Kliniken werden jährlich mehr als 35.000 Herzkatheteruntersuchungen und -behandlungen durchgeführt. Zusätzlich werden jährlich rund 2000 Berliner Patienten ambulant untersucht und behandelt.


Behandlung

Mit Hilfe eines Herzkatheters kann eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße oder ein Herzinfarkt sowohl diagnostiziert als auch behandelt werden. Für dieses minimalinvasive Verfahren ist keine Vollnarkose notwendig. Der hauchdünne Draht wird über Schlagader oder Vene zum Herz vorgeschoben. Der Patient merkt allenfalls den Pickser der Kanüle. „In den Blutgefäßen gibt es keine Nerven“, sagt Stefan Hoffmann, Leitender Oberarzt der Kardiologie des Vivantes Klinikums am Urban. In den meisten Fällen wählen die Ärzte die Schlagadern am Handgelenk oder in der Leiste als Eingang in das Gefäßsystem des Patienten.


Diagnostik (Herzkatheteruntersuchung):

Der Katheter wird durch die Blutgefäße bis an das Herz herangeschoben. Um einen konkreten Befund zu erstellen, spritzen die Herzspezialisten über den Katheter dort ein Kontrastmittel in die Kranzgefäße. Dadurch wird das Adergeflecht um den Pumpmuskel auf einem Röntgenbild sichtbar – und damit auch mögliche Engstellen oder Verschlüsse. Gleichzeitig werden Blutdruck und Sauerstoffgehalt gemessen.


Therapie (Herzkatheterbehandlung):

„Mit dieser Technik kann ein Arzt unmittelbar Leben retten“, betont Kardiologe Hoffmann. Die verengten Gefäße werden mit einem winzigen Ballon an der Spitze des Katheters geweitet. Dieser wird zunächst durch den Katheter geschoben. An der der verengten Stelle wird der Ballon dann aufgeblasen. Um diese auf Dauer offen zu halten, wird ein Stent, eine röhrenförmiges Metallgitter, eingesetzt. „Lebensbedrohliche Akutkomplikationen kommen so gut wie nicht mehr vor“, sagt Hoffmann. Trotzdem sind Behandlungen mit einem Herzkatheter nicht ganz ungefährlich. In seltenen Fällen können sie Gefäßverschlüsse, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche verursachen.


Weitere Texte zum Thema Herzerkrankungen:

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Herzinfarkt
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Kombinierte Herzklappen- und Bypass-Operation


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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