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Herzinfarkt

 	Grafik: Fabian Bartel

Grafik: Fabian Bartel

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Verschließt ein Blutgerinnsel eines der Herzkranzgefäße, wird der dahinterliegende Teil des Herzens nicht mehr durchblutet und stirbt ab. Dann zählt jede Minute


Krankheitsbild


Erklärung:

Ein Herzinfarkt ist immer ein medizinischer Notfall. Nach dem Verschluss eines der drei Herzkranzgefäße – Ärzte sprechen von Koronarterien – durch ein Blutgerinnsel stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Binnen weniger Stunden muss dann die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr wieder hergestellt werden. Ein Verschluss eines der großen Herzkranzgefäße führt zum Tod.


Symptome:

Warnsignale wie Bluthochdruck fallen erst im fortgeschrittenen Stadium auf. Einen Herzinfarkt erkennen Betroffene an plötzlichem, brennendem Schmerz im linken Brustbereich, die bis in die linken Armen ausstrahlen kann. Es treten Angst- und Beklemmungsgefühle, Atemnot, Schwindel und Bewusstlosigkeit auf. Frauen klagen eher über Magen- als über Brustschmerzen.


Ursache:

Die Verkalkung einer oder mehrerer Herzkranzgefäße ist die Hauptursache eines Herzinfarkts. Die koronare Herzkrankheit kann auch chronisch auftreten – dann sprechen Ärzte von einer Angina Pectoris. Unverhältnismäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Diabetes, erhöhtes Cholesterin, Rauchen, Stress und Übergewicht begünstigen die lebensgefährliche Erkrankung. Alter und Veranlagung sind ebenfalls Risiken.


Zahlen:

Rund 250.000 Menschen erleiden hierzulande jährlich einen Herzinfarkt. Innerhalb des ersten Monats stirbt die Hälfte der Betroffenen.


Behandlung


Diagnostik:

Ärzte diagnostizieren einen Herzinfarkt mithilfe eines Elektrokardiogramms, einer Blutanalyse, einer Ultraschalluntersuchung und gelangen schließlich mit der Einführung eines Katheters, eines flexiblen Kunststoffdrahtes, zur Gewissheit.


Therapie:

Zeit ist Leben. Ein Herzinfarkt muss so schnell wie möglich behandelt werden. „Die meisten Leute wissen, dass sie sofort die Notrufnummer 112 wählen müssen“, sagt Stefan Hoffmann, leitender Oberarzt am Vivantes Klinikum im Friedrichshain. Ärzte geben oft bereits im Notarztwagen blutverdünnende Medikamente, um die Verstopfung der Gefäße zu lösen. Je länger der Infarkt zurückliegt, umso unwahrscheinlicher ist, dass die so genannte Thrombolysetherapie hilft.


Auf der Intensivstation legen Ärzte einen Katheter in die Herzkranzgefäße. Der bis zu 1,50 Meter lange, dünne Plastikschlauch, wird über die Hauptschlagader zum Herz vorgeschoben. Über diesen Zugang kann der Arzt ein Kontrastmittel in die Gefäße spritzen. Dadurch werden die Engstellen oder Verschlüsse auf einem Röntgenbild sichtbar. Ein Kardiologe – also Herzspezialist – setzt den Katheter ein. Durch diesen wird zunächst ein winziger Ballon geschoben. An der der verengten Stelle wird der Ballon dann aufgeblasen und die Gefäße geweitet. Um den Engpass auf Dauer offen zu halten, kann auch ein Stent, eine röhrenförmiges Metallgitter, eingesetzt werden. „Lebensbedrohliche Akutkomplikationen kommen so gut wie nicht mehr vor“, sagt Hoffmann. Trotzdem sind Behandlungen mit einem Herzkatheter nicht ganz ungefährlich. In seltenen Fällen können sie Gefäßverschlüsse, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche verursachen.


Weitere Texte zum Thema Herzerkrankungen:

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Herzkatheter
Herzklappenfehler
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Herztransplantation
Kombinierte Herzklappen- und Bypass-Operation


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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