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Halsschlagader-Operation (Schlaganfallvorsorge)

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Für rund die Hälfte aller Schlaganfälle ist eine Verengung der Halsschlagader die Ursache. Schlimmstenfalls führt ein Schlaganfall innerhalb von Minuten zum Tod


Krankheitsbild


Erklärung:

Ein Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, die meist durch eine verengte Halsschlagader verursacht wird. Die Nervenzellen erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Durch diesen auch Gehirninfarkt genannten Vorgang sterben sie ab. Dann besteht das Risiko schwerer Hirnschäden und sogar akute Lebensgefahr.


Symptome:

Ein Schlaganfall kann halbseitige Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Schwächeanfälle oder Erblindungen auslösen. In schweren Fällen fällt der Patient ins Koma. Schlimmstenfalls führt ein Schlaganfall innerhalb von Minuten zum Tod. Typische Beschwerden sind auch Übelkeit und Erbrechen. Die Symptome können wenige Sekunden bis mehrere Stunden andauern. Einem großen Schlaganfall gehen in rund 40 Prozent der Fälle kleinere Anfälle voraus. In jedem Fall sollte so schnell wie möglich Hilfe über die Notfallnummer 112 gerufen werden. Durch frühes Handeln lassen sich größere Hirnschläge oft vermeiden.


Ursache:

Schlaganfälle werden meist durch einen Gefäßverschluss in der Halsschlagader oder Blutgerinnseln in den Gehirngefäßen verursacht. Ob dabei die linke oder die rechte Halsschlagader verengt, scheint Zufall zu sein. Für deutlich weniger Schlaganfälle sind Hirnblutungen verantwortlich: Das Zerplatzen eines kleinen Blutgefäßes im Gehirngewebe wird durch erhöhten Blutdruck begünstigt. Sehr selten kommt es wegen Entzündungen der Gehirngefäße zu Hirninfarkten.


Zahlen:

In Berlin erleiden pro Jahr rund 6500 Menschen einen Schlaganfall, in Deutschland jedes Jahr rund 160 000. Etwa 24 000 von ihnen werden an der Halsschlagader operiert. Christoph Albiker, Chefarzt der Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Hubertus in Zehlendorf, geht davon aus, dass die Zahl der Schlaganfälle steigen wird, weil die Menschen im Schnitt älter werden und die Gefahr eines Anfalls mit dem Alter zunimmt. Mehr als 30 Prozent der Patienten stirbt sofort oder binnen eines Jahres. Rund 20 Prozent der Betroffenen werden Dauerpflegefälle. Viele Patienten müssen alltägliche Handlungen wie Sprechen, Gehen, Lesen oder Schreiben komplett neu erlernen.


Behandlung


Diagnostik:

Mit Ultraschall , Computer- und Magnetresonanztomografie können die Ärzte erkennen, ob der Schlaganfall durch Blutungen oder einen Gefäßverschluss hervorgerufen worden ist. Heute messen Kliniken in der Regel auch die Durchblutung der Ader und des Gehirns. Nach Ergebnissen internationaler Studien besteht eine Indikation zur operativen Therapie der symptomatischen Karotisstenose, wenn mindestens die Hälfte der Ader verengt ist.


Therapie:

Ist eine Schlagader verengt, gibt es drei Alternativen. Die älteste ist, die verengte Halsschlagader der Länge nach aufzuschneiden und die Ablagerungen an der Engstelle auszukratzen. „Diese Methode wird allerdings nur noch selten angewandt, weil die Ader nach der Operation mit einem Stück Kunststoff verschlossen werden muss, und die entstehenden Narben wiederum eine Verengung bewirken können“, sagt Christoph Albiker. Bei der zweiten Methode wird die Hauptschlagader durchtrennt und wie ein Hemdsärmel aufgerollt, bis man bei der Verengung angelangt ist und sie die Ablagerungen wie einen zusammenhängenden Pfropfen herausziehen kann. Der Vorteil ist, dass es selten zu einer erneuten Verengung und kaum zu Narbenbildung kommt.


Eine dritte Möglichkeit ist die Behandlung mit einem so genannten Stent. Dabei handelt es sich um eine Drahtröhre, die von der Leistengegend über die Hauptschlagader in das Halsgefäß eingeführt und bis zur Verengung vorgeschoben wird. Allerdings diskutieren die Ärzte derzeit, wie nachhaltig diese Methode eine erneute Verengung verhindert. Bei operierten Patienten ist das Risiko, in den darauf folgenden fünf Jahren einen Schlaganfall zu erleiden, gegenüber Patienten mit alleiniger medikamentöser Therapie deutlich vermindert. Allerdings kann die Gabe von Medikamenten ausreichen, wenn ein minder schwerer Fall von so genannter Karotisstenose vorliegt.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 16.01.2012

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