Geriatrische Reha-Behandlung
Krankheitsbild
Erklärung:
Geriatrie bezeichnet den Teil der Medizin, der sich mit Krankheiten und Behinderungen alter Menschen beschäftigt, wobei sich alt vorwiegend auf das biologische, weniger auf das kalendarische Alter bezieht. Dieser Alterungsprozess beginnt schon ab etwa dem 40. Lebensjahr. Mit dem Altern häufen sich die Erkrankungen. Oftmals haben die Betroffenen nicht nur eine, sondern mehrere Leiden gleichzeitig. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer und Gelenkerkrankungen werden in der Geriatrie behandelt.
Ursachen:
„Das Altern ist eine subjektiv sehr unterschiedlich empfundene Lebensphase, die man nicht allein über das chronologische Alter definieren kann,“ sagt Cornel Sieber, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie und Inhaber des Lehrstuhls Innere Medizin – Geriatrie am Universitätsklinikum Nürnberg. Die Frage, warum Lebewesen altern, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.
Eine Theorie besagt, dass der Körper durch Umwelteinflüsse und Gebrauch verschleißt und vergiftet wird. Andere gehen davon aus, dass das Altern im genetischen Code der Zellen festgelegt ist oder die Zellen bei jeder Teilung ein Stück ihrer Informationen nicht mitkopieren. Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder Einsamkeit beschleunigen das Altern. Wer sich aber regelmäßig bewegt, sich ausgewogen und gesund ernährt und über ein soziales Netzwerk verfügt, hat gute Karten, dass die typischen Altersbeschwerden erst jenseits des 75. Lebensjahres auftreten – und dass er bis dahin auf einen so genannten Geriater, einen auf altersbedingte Krankheiten spezialisierten Arzt, verzichten kann.
Zahlen:
Die Menschen brauchen immer später eine geriatrische Behandlung. Im Durchschnitt sind Patienten 81 Jahre alt. Vor sechs Jahren lag dieses Durchschnittsalter noch bei 77.
Behandlung
Diagnostik:
Da unter geriatrischen Krankheiten eine Vielzahl von Beschwerden zusammengefasst werden, sind auch verschiedenste Untersuchungsmethoden zu deren Diagnose verfügbar. Dazu gehören etwa die Folgen von Brüchen, Schlaganfällen und Demenz .
Therapie:
Da die zu behandelnden Erkrankungen aus den unterschiedlichsten Bereichen stammen, ist die Geriatrie eine fächerübergreifende Disziplin. Es geht dabei darum, nach einer schweren Erkrankung Selbständigkeit zurückzuerlangen. „Die Patienten nach Hause zu entlassen und nicht in ein Pflegeheim verlegen zu müssen, das ist immer das Ziel der Geriatrie“, sagt Herrmann Tölle, Oberarzt am Ida-Wolff-Zentrum, das gleichzeitig Klinik und Pflegewohnheim ist. Verlauf, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen unterscheiden sich bei alten Menschen häufig von denen Jüngerer, da deren Immunsystem und Körperfunktionen weniger geschwächt und abgenutzt sind. Häufig fehlt es älteren Patienten nach relativ ungefährlichen Klinikaufenthalten an Kraft, ihren Alltag ohne Hilfe zu meistern.
Weitere Texte zum Thema:
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 16.01.2012
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