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Gehirntumor

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Der Schädel wird geöffnet, um einen Hirntumor zu entfernen. Wenn der Chirurg bei der Operation zu viel verletzt, verliert sein Patient vielleicht das Gedächtnis


Krankheitsbild


Erklärung:

Das Gehirn ist das komplexeste menschliche Organ und besteht aus hoch empfindlichem Nervengewebe. Ein Tumor ist eine Geschwulst, in denen Zellen ungebremst wachsen. Ein gutartiger Gehirntumor verdrängt das ihn umgebene Nervengewebe. Zwei Drittel aller Gehirntumore sind gutartig. Ein bösartiger Krebs wächst jedoch nicht nur, er zerstört außerdem das gesunde Nervengewebe. Aufgrund der stetigen Ausbreitung des Tumors und der Begrenzung des Gehirns durch den Schädelknochen steigt der Druck. Die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen wird beeinträchtigt. Auch ein gutartiger Tumor kann auf eine für die Betroffenen tödliche Größe heranwachsen.


Symptome:

Je nach Lage des Tumors treten unterschiedliche Symptome auf, dazu gehören Kopfschmerzen, Gefühlsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, epileptische Anfälle, Lähmungen, Sprachstörungen und Persönlichkeitsveränderungen.


Ursachen:

Der Tumor kann direkt aus Gehirnzellen entstehen oder sich über Metastasen, Tochtergeschwüre von Krebstumoren in anderen Organen, in das Gehirn hineinpflanzen. Die genaue Ursache für die Erkrankung ist noch ungeklärt. In der Medizin ist umstritten, ob etwa radioaktive Strahlung den Tumor auslösen kann und welche Rolle die genetische Veranlagung spielt. Fakt ist: Strahlen, die zur Bekämpfung von Krebs in anderen Körperregionen eingesetzt werden sowie Hormongaben können die Entstehung eines bösartigen Tumor im Gehirn begünstigen.


Zahlen:

Jährlich erkranken rund 8000 Menschen bundesweit an Gehirntumoren. Zu den Risikogruppen zählen Kinder vor Ablauf des 10. Lebensjahres und Menschen ab dem 60. Lebensjahr. In Berlin kommt es jährlich zu rund 300 Neuerkrankungen, 190 Menschen sterben an einem Gehirntumor. „Neue Daten sagen uns, dass der Anteil der Patienten, die nach der Diagnose länger als vier Jahre leben, verdreifacht werden konnte“, sagt Peter Vajkoczy, Chef der Klinik für Neurochirurgie an der Charité.


Behandlung


Diagnostik:

Je früher der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Vor allem mit Kernspintomografien diagnostizieren Ärzte eine mögliche Erkrankung. Nur in seltenen Fällen werden operativ Gewebeproben entnommen und anschließend analysiert. Die Medizin unterscheidet vier Stadien eines Hirntumors: Grad eins verspricht die besten, Grad vier die schlechtesten Überlebenschancen.


Therapie:

Ärzte entscheiden sich meist für eine Operation, wobei es zwei Methoden gibt. Zum einen wird unter Vollnarkose der Schädel geöffnet und der Tumor aus dem gesunden Gehirn herausgeschnitten. Dabei wird darauf geachtet, nur krankes Gewebe zu entnehmen. Je nach Lage des Tumors und der psychischen Belastbarkeit des Patienten entscheiden sich Ärzte mitunter für eine zweite Operationsmethode: Der Patient ist trotz offener Schädeldecke wach – also nur lokal betäubt. An den Reaktionen des Patienten können die Ärzte sofort erkennen, wie viel Nervengewebe entnommen werden kann, ohne bleibende Schäden zu verursachen. Nicht immer ist es möglich, die gesamte Wucherung zu entfernen. Nach dem operativen Eingriff werden die Patienten dann bestrahlt, um die verbliebenen Krebszellen zu töten. Gegebenenfalls kann die Behandlung mit einer Chemotherapie ergänzt werden.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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