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Geburtshilfe (Risikoschwangerschaft oder Komplikationen bei der Geburt)

 	Grafik: SPL, Fabian Bartel

Grafik: SPL, Fabian Bartel

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Risikoschwangerschaften gefährden die Gesundheit von Mutter und Kind. In Berlin kommt durchschnittlich jedes achte Neugeborene krank, häufig mit lebensgefährlichen Atem- oder Herz-Kreislaufproblemen auf die Welt


Schwangerschaft


Erklärung:

Eine normale Schwangerschaft dauert neun Monate. Innerhalb von 280 Tagen entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle im Mutterleib ein Mensch. Das durchschnittliche Neugeborene misst bei der Geburt rund 48 bis 54 Zentimeter und wiegt 2800 bis 4000 Gramm. Nicht immer verlaufen Schwangerschaften normal. Risikoschwangerschaften gefährden die Gesundheit von Mutter und Kind. Dazu zählen Behinderungen der Kinder, Herz-Kreislauf-Probleme und Frühgeburten. Im schlimmsten Fall endet eine Risikoschwangerschaft mit einer Fehlgeburt. Ein überdurchschnittlich hohes Risiko tragen Schwangere mit einer erblich bedingten Krankheit, und Mütter, die bereits eine Risikoschwangerschaft hinter sich haben sowie Frauen über 35 Jahren. Derzeit sind 24 Prozent der Berliner Mütter bei der Geburt ihres Kindes über 35 Jahre alt.


Ursachen:

Insbesondere gefährden anhaltender Konsum von Rausch- und Genussmittel wie Alkohol und Nikotin die Schwangerschaft. Zudem erhöhen vorangegangene Schwangerschaftsabbrüche und Fehlgeburten, chronische Erkrankungen, ungesunde Ernährung, sowie eine angeborene Unverträglichkeit des Blutes von Mutter und Kind das Risiko. Da sich mit zunehmendem Alter der Schwangeren auch deren Stoffwechsel- und Hormonhaushalt verändert, sind Kinder älterer Mütter ebenfalls einem etwas höheren Risiko ausgesetzt.


Zahlen:

Jährlich werden in Berlin rund 30.000 Kinder geboren. Durchschnittlich kommt jedes achte Neugeborene krank, häufig mit lebensgefährlichen Atem- oder Herz-Kreislaufproblemen auf die Welt. Auch werden die Neugeborenen hierzulande im Schnitt immer schwerer, was unter Umständen ein Geburtsrisiko sein kann. Jährlich bringt jedes achte Neugeborene ein Anfangsgewicht von mehr als 4000 Gramm auf die Waage.


Geburtshilfe


Diagnostik:

Mögliche Risiken für Kinder und Mütter erkennen die Ärzte im Rahmen der abgestuften Schwangerenvorsorge. Dabei werden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt: Fruchtwasseranalyse, Ultraschall, Messung der Nackendichte, Analyse der Blutwerte. Wird eine Risikogeburt erwartet, wird die Mutter gleich in ein Spezialzentrum – einem so genannten Pränatalzentrum – verlegt.


Therapie:

Die Behandlungen unterscheiden sich stark nach den jeweilig vorhandenen Risiken. Ein Frauenkörper ist bei der Geburt eines mehr als 4000 Gramm schweren Säuglings unter Umständen überfordert. Dann setzen Ärzte auf einen Kaiserschnitt. „Wenn die Geburt nicht rund läuft, wartet man nicht mehr, bis die Mutter völlig erschöpft ist“, sagt Klaus Vetter, Chefarzt des Mutter-Kind-Zentrums am Vivantes-Klinikum Neukölln. Bei einer Frühgeburt werden die Neugeborenen in einen Brutkasten, einen Inkubator gelegt. Durch die hoch entwickelte Technologie können Bedingungen wie im Mutterbauch simuliert und alle Körperfunktionen des Kindes überwacht werden. Viele Frühchen, deren Lungen nicht ausreichend ausgebildet sind, werden künstlich beatmet. Kommen die Neugeborenen bereits mit Herz-Kreislauferkrankungen auf die Welt, müssen unter Umständen operiert werden. Droht während der Schwangerschaft für die Mutter jedoch Lebensgefahr, kann der Arzt gezwungen sein, einen Schwangerschaftsabbruch auch nach dem dritten Schwangerschaftsmonat vorzunehmen.


Weitere Texte zur Geburtshilfe:
Normalgeburt
Frühgeburt
Kaiserschnitt
Dammriss


Folgende Artikel auf www.gesundheitsberater-berlin.de beschäftigen sich mit dem Thema Alkohol in der Schwangerschaft.
Tagesspiegel-Montagsartikel: Vollrausch im Mutterleib
weiterführender Artikel aus dem Tagesspiegelarchiv: An der falschen Flasche


31 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen



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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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