Geburtshilfe (bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft)
Schwangerschaft
Erklärung:
Eine menschliche Schwangerschaft dauert normalerweise neun Monate. Innerhalb von 280 Tagen entwickelt sich aus einer befruchteten Eizelle im Bauch der Mutter ein kompletter Mensch. Bei der Geburt misst ein Kind hierzulande im Schnitt zwischen 48 bis 54 Zentimeter und wiegt 2800 bis 4000 Gramm. Der Schwangerschaftsverlauf wird in drei Phasen zu je drei Monaten unterteilt (Trimenons). Während des ersten Trimenons, der so genannten Embryonalzeit, wächst der Embryo besonders rasch. Das geht mit starken hormonellen Umstellungen einher und führt bei vielen Frauen zu Übelkeit, die sich im Verlauf der Schwangerschaft jedoch wieder legt. In der zweiten Phase nimmt dann das Risiko einer Fehlgeburt deutlich ab, die Schwangere ist ausgeglichen und zufrieden. Viele Frauen freuen sich, weil erste Bewegungen des Fötus spürbar werden. Während der letzten Phase reift der Fötus vollständig heran. Dies geht wegen des zunehmenden Körpergewichts des Kindes mit erneuten Belastungen einher. Die werdenden Mütter sollten sich viel bewegen, damit sich das Kind in den Geburtskanal hineinschaukelt. „Das Baby sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes“, sagen Hebammen. Bevor es schließlich auf die Welt kommt, macht es im Bauch eine halbe Drehung. Es muss sich auf die Seite legen, das Becken der Mutter dehnen, dann den Kopf an die Brust nehmen und sich durch den Geburtskanal schlängeln.
Zahlen:
Jährlich kommen in Berlin rund 30.000 Kinder zur Welt. Jedes achte Neugeborene wird einer Senatsstatistik zufolge krank geboren, oft mit lebensbedrohlichen Atem- oder Herz-Kreislauf-Problemen. Mediziner sehen darin einen Grund dafür, dass sich trotz Geburtshäusern, Hebammenpraxen und möglichen Hausgeburten rund 96 Prozent der Schwangeren für eine Entbindung in einer Klinik entscheiden: Dort gibt es professionelle medizinische Notfallversorgung im selben Haus. Außerdem werden die Neugeborenen hierzulande im Schnitt immer schwerer, da sich durch das steigende Alter der Mütter auch deren Stoffwechsel verändert. In Berlin ist jede vierte Mutter älter als 35 Jahre.
Geburtshilfe
Diagnostik:
Bei vorgeburtlichen Untersuchungen wird zwischen invasiver und nicht-invasiver Pränataldiagnostik unterschieden. Im ersten Fall sind das vor allem Fruchtwasseranalysen, im zweiten Ultraschall, Messung der Nackendichte, Blutwertanalyse. Eine Sonographie, umgangssprachlich Ultraschalluntersuchung, überwacht die Entwicklung des ungeborenen Kindes. Zudem verrät sie das Geschlecht des Sprösslings. Diese Untersuchung gilt als unbedenklich. Die in Einzelfällen notwendige invasive Diagnostik birgt allerdings Risiken. Bei einem Prozent der Mütter löst eine Fruchtwasseruntersuchung eine Fehlgeburt aus. Informationen hierzu finden Sie auch im Kapitel Selbsthilfe.
Therapie:
Steht eine Risikogeburt bevor, wird die Mutter in ein spezielles Pränatalzentrum verlegt. Doch auch bei risikofreien Normalgeburten gibt es Unterschiede: Neben alternativen Entbindungsorten werden zunehmend verschiedene Geburtsmethoden angeboten. Neben dem klassischen Gebärbett können sich werdende Mütter für eine Wassergeburt entscheiden. Einst Praxis alternativer Geburtshilfe gehört die Geburtswanne inzwischen zum Standard eines Kreißsaals. „Wärme ist ein natürliches Schmerzmittel“, berichten Hebammen. Gibt es aus anatomischen oder medizinischen Gründen keine ärztlichen Einwände, sollten sich Frauen schlicht aus Intuition für eine liegende, stehende, hockende Entbindung oder eben eine Wassergeburt entscheiden. Heutzutage wollen viele Frauen außerdem den natürlichen Geburtsschmerz lindern. Die meisten Kliniken bieten von pflanzlichen Mitteln bis hin zu einer so genannten Peridural Anästhesie – die Ärzte nennen diese Narkoseform kurz PDA.
Weitere Texte zur Geburtshilfe:
Risikoschwangerschaft
Frühgeburt
Kaiserschnitt
Dammriss
Hintergrund Pränataldiagnostik
Zur Information finden Sie hier eine Liste der Anzahl aller lebend neugeborenen Kinder pro Krankenhaus, unabhängig von den Umständen der Geburt. Diese Gesamtzahl wird in der jeweiligen Klinik-Treffertabelle für die “Diagnose und Therapie” zur Geburtshilfe jedoch NICHT eingerechnet, da sie auch die per Kaiserschnitt geborenen Kinder, ebenso wie die Risiko-, Frühgeburten usw. enthält, die gesundheitsberater-berlin.de in den jeweiligen Kapiteln getrennt darstellt: Alle Neugeborenen
Folgende Artikel auf www.gesundheitsberater-berlin.de beschäftigen sich mit dem Thema Alkohol in der Schwangerschaft.
Tagesspiegel-Montagsartikel: Vollrausch im Mutterleib
weiterführender Artikel aus dem Tagesspiegelarchiv: An der falschen Flasche
30 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen
Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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