Gebärmutterhalskrebs
Krankheitsbild
Erklärung:
Der Gebärmutterhals bildet im Unterleib der Frau zwischen äußeren und inneren Muttermund den Eingang zur eigentlichen Gebärmutter. Er ist mit Schleimhäuten ausgekleidet. Eine Tumorerkrankung des Gebärmutterhalses kann unter Umständen die Unfruchtbarkeit bedeuten.
Symptome:
Im Frühstadium treten keine Schmerzen auf. Nur der Gynäkologe kann die Krebszellen nachweisen. Ist der Gebärmutterhalskrebs fortgeschritten, werden die Symptome spürbar: Schmerzen treten im Unterleib auf, es kann zu Schmierblutungen beim Geschlechtsverkehr kommen und fleischfarbener, blutiger Ausfluss austreten.
Ursachen:
Die Ursache für den Gebärmutterhalskrebs ist größtenteils eine sexuell übertragbare Infektion mit Papilloma-Viren (HPV). Experten gehen davon aus, dass mehr als 90 Prozent der bösartigen Tumoren des Gebärmutterhalses von diesen Viren verursacht werden. Das Immunsystem der Frauen bekämpft diese Viren innerhalb kurzer Zeit. Überleben die Viren können sie noch nach Jahren die gesunden Zellen im Gewebe des Gebärmutterhalses in Krebszellen verwandeln.
Zahlen:
Etwa 6200 Frauen erkranken jährlich an Gebärmutterhalskrebs. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 35 und 39 Jahren sowie ab 60 Jahren. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt 52 Jahre.
Behandlung
Diagnostik:
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind der beste Schutz gegen die Krankheit. Um die Diagnose abzusichern, können die Ärzte operativ Gewebeproben entnehmen und eine Spiegelung der Oberfläche des Gebärmutterhalses mithilfe eines Vergrößerungsglases vornehmen.
Seit 2008 gibt es eine Impfung gegen HPV, die von den Krankenkassen getragen wird. Die Impfung sollte möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgen, um eine Infektion und damit den späteren Krebs zu verhindern. Die ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institutes empfiehlt sie für Mädchen zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr. Zugelassen ist die Impfung derzeit für Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts im Alter von 9 bis 15 Jahren. Am effektivsten schützen Kondome vor einer HPV-Infektion.
Therapie:
Die vollständige operative Entfernung des Tumors ist das A und O der Therapie. Im sehr frühen Stadium reicht die Konisation, die kegelförmige Umschneidung des Gebärmutterhalses aus. Nach dieser Operation ist eine Schwangerschaft weiterhin möglich. Zumeist muss aber die gesamte Gebärmutter, der Halteapparat und die umliegenden Lymphknoten entfernt werden. Das Karzinom, wie Ärzte den Krebs auch nennen, ist nicht hormonsensibel. Deshalb führen die Ärzte auch keine Hormontherapie oder Anti-Hormon-Therapie durch. Ergänzend werden meist Radiochemotherapie und Bestrahlung kombiniert durchgeführt.
Weitere Texte zu gynäkologischen Behandlungen:
Gebärmutterentfernung
Gebärmutterkrebs
Gynäkologische Operationen
Eierstockkrebs
Endometriose
Myome
Zysten
33 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen
Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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