Gallenblasenentfernung (Gallensteine)
Krankheitsbild
Erklärung:
Die Gallenblase ist das Reservoir der Gallensäure – eine von der Leber produzierten Flüssigkeit. Wenn Menschen besonders fettreiche Kost essen, kann die Gallensäure zur Unterstützung der Verdauung in den Darm gepumpt werden. Gallensteine können diesen Stoffwechsel erheblich beeinträchtigen.
Symptome:
Die Betroffenen spüren Gallensteine über Schmerzen im Oberbauch. Oft sind es anhaltende Schmerzattacken, die bis in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen. Übelkeit nach dem Verzehr fetter Nahrungsmitteln ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis.
Ursachen:
Die Ursachen für die Entstehung sind vielfältig: Stress, zu wenig Flüssigkeiten, einseitige Ernährung, aber auch Veranlagung. Mehrere Schwangerschaften, Übergewicht, zunehmendes Alter sowie Hellhäutig- und Hellhaarigkeit begünstigen Untersuchungen zufolge die Gallensteinbildung.
Gallensteine bilden sich, wenn die drei Hauptbestandteile der Gallenflüssigkeit – Salze, Lezithin und Cholesterin in Ungleichgewicht geraten. In rund 80 Prozent aller Fälle ist das Cholesterin hauptverantwortlich für die Erkrankung. Gallensteine können zu hühnereigroßen Klumpen heranwachsen. Löst sich einer dieser Steine und verstopft den Gallengang, kann dies Koliken, Gelbsucht und eine lebensgefährliche Bauchspeicheldrüsenentzündung hervorrufen.
Zahlen:
Rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung haben unterschiedlich große Gallensteine. Zwei Drittel der Patienten sind weiblich. Aber rund 70 Prozent davon haben keine Beschwerden und müssen in der Regel auch nicht operiert werden.
Behandlung
Diagnostik:
Steine in der Gallenblase oder im Gallengang werden über eine körperliche Untersuchung, eine Analyse der Blutwerte, Sonographien sowie Computertomo – und Kernspinntomographien diagnostiziert. Häufig wird dabei auch mit Endoskopen gearbeitet, um den Körper von innen untersuchen zu können.
Therapie:
„Die Entfernung der Gallenblase ist eine Standardoperation“, sagt Matthias Pross, Chef der Chirurgie der DRK-Klinik Köpenick. Gallensteine werden inzwischen nicht mehr einzeln der Gallenblase entnommen. Die Chirurgen entfernen unter Einsatz minimalinvasiver Technik vielmehr die gesamte Gallenblase – Fachbegriff: Cholezystektomie. Dabei arbeiten die Ärzte durch nur rund fünf Millimeter große Schnitte mithilfe von Endoskopen und einer kleinen Kamera, die dem Operateur als Auge dient. Wird die Gallenblase entfernt, übernimmt die Leber natürlicherweise deren Aufgabe. Dieses Organ komplett herauszunehmen, ist die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass sich neue Steine bilden. Ist eine Operation aus medizinischer Sicht nicht möglich, kann versucht werden, die Gallensteine mithilfe von Medikamenten aufzulösen oder durch Ultraschall zu zertrümmern. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 200.000 Gallensteinpatienten operiert. Allein in Berlin sind es rund 7000.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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