Endometriose
Krankheitsbild
Erklärung:
Endometriose ist eine der am weitesten verbreiteten chronischen Frauenkrankheiten. Dabei wächst die Gebärmutterschleimhaut in den Bauchraum. Am häufigsten wuchert diese überflüssige Gebärmutterschleimhaut an der äußeren Gebärmutterwand, an Bindegeweben der Gebärmutter oder an den Eierstöcken. Die Gebärmutterschleimhaut ist besonders stark durchblutet und erneuert sich jeden Monat. Während des Menstruationszyklus verändern sich nicht nur die gesunde Gebärmutterschleimhaut, sondern auch die gewucherten Ableger. Unbehandelt kann Endometriose zu Unfruchtbarkeit führen.
Symptome:
Die auffälligsten Beschwerden sind krampfartige Schmerzen bei Regelblutungen, beim Geschlechtsverkehr, permanente Schmerzen im Unterbauch, Blutungsstörungen, Unfruchtbarkeit und Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Allerdings stehen die Ausbreitung der Wucherungen und die wahrnehmbaren Beschwerden nicht in direktem Zusammenhang. So können die Eileiter und die Zwischenräume von Gebärmutter und Organen wie Harnblase und Darm verkleben, ohne Schmerzen zu verursachen. Es können sich aber auch schmerzhafte Zysten an den Eierstöcken bilden, die mit Blut gefüllt auf bis zu 15 Zentimeter zulegen. Nach den Wechseljahren klingen die Beschwerden meist ab.
Ursachen:
Die genaue Ursache für Endometriose ist unklar. Möglicherweise führen Fehlfunktionen im Bereich des Immunsystems zusammen mit der Hormonbildung zur Erkrankung. Über das Blut oder die Eileiter, vermuten Ärzte, können sich Schleimhautzellen während der Regelblutung verschleppen.
Zahlen:
Endometriose ist bei rund zehn Prozent aller Frauen feststellbar und eine der häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Mehr als zwei Millionen Frauen hierzulande erleben ihre monatlichen Regelblutungen als Qual. Deutschlandweit erkranken jährlich rund 40.000 Frauen an Endometriose.
Behandlung
Diagnostik:
Häufig bleibt die Erkrankung lange unentdeckt. Ärzte schätzen, dass es von der Erkrankung bis zur Entdeckung der Krankheit durchschnittlich sieben Jahre vergehen. Die Ärzte diagnostizieren eine Erkrankung über die Bauchspiegelung .
Therapie:
Eine Endometriose lässt sich derzeit noch nicht vollständig heilen. Die leichte Erkrankungsform lässt sich weitestgehend mit Anti-Hormon-Präparaten therapieren. Bei einer schweren Endometriose muss unter Einsatz minimalinvasiver Technik operiert werden. Dabei werden mithilfe von millimetergroßen Zugängen die blutgefüllten Zysten und Wucherungen aus dem Bauchinnenraum geschnitten. Die Ärzte operieren mithilfe einer Minikamera und so genannten Endoskopen. „Da besteht kein Risiko für die Fruchtbarkeit. Im Gegenteil, so erhalten wir sie“, sagt Herbert Mecke, Direktor der Klinik für Gynäkologie am Auguste-Viktoria-Klinikum. Allerdings können sich nach einigen Jahren neue Endometriose-Herde bilden.
Um Rückfälle zu vermeiden, schlagen Ärzte begleitende Anti-Hormon-Therapien vor. Aufgrund des Krankheitsverlaufs haben sich so genannte Endometriose-Zentren auf eine ganzheitliche Behandlung der Krankheit spezialisiert. Schwere Fälle der Endometriose können immer wieder Beschwerden verursachen – vor allem dann wenn eine versprengter Endometrioseherd mit dem Muskel der Gebärmutter oder mit dem Darm verwachsen ist. Unter Umständen muss dann die Gebärmutter oder ein Teil des Darms über einen Bauchschnitt entfernt werden.
Weitere Texte zu gynäkologischen Behandlungen:
Gebärmutterentfernung
Gynäkologische Operationen
Gebärmutterkrebs
Gebärmutterhalskrebs
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Myome
Zysten
33 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen
Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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