Bypass-Operation (bei Durchblutungsstörungen)
Krankheitsbild
Erklärung:
Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen. Durch Kalkablagerungen und Blutgerinnsel können sich diese feinen Adern stark verengen. Blutversorgung und Funktion des Muskels sind dadurch eingeschränkt. Lebensbedrohlich wird es, wenn die Kranzgefäße komplett verstopfen. Dann stirbt das Muskelgewebe dahinter ab – ein Herzinfarkt ist die Folge.
Symptome:
Eine schwere Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße, unter Fachleuten Angina Pectoris genannt, erkennen die Betroffenen an plötzlich stechenden Schmerzen im linken Brustbereich, die bis in den Arm ausstrahlen können. Es treten Angst- und Beklemmungsgefühle, Atemnot, Schwindel und Bewusstlosigkeit auf. Starker Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Diabetes, hohe Cholesterinwerte, Rauchen, Stress und Übergewicht begünstigen die lebensgefährliche Erkrankung. Außerdem spielen Alter und Veranlagung eine Rolle.
Zahlen:
Die chronische Durchblutungsstörung ist die häufigste Todesursache in Deutschland. Hierzulande starben daran 2007 rund 140.000 Menschen. Jedes Jahr werden in deutschen Krankenhäusern insgesamt rund 45.000 Bypass-Operationen durchgeführt.
Behandlung
Diagnostik:
Ärzte diagnostizieren mithilfe eines Elektrokardiogramms (EKG) oder einer Ultraschalluntersuchung zunächst mögliche Funktionsstörungen des Herzens. Ein abschließender Befund über die Ursache – ob also eine Verengung von Herzkranzgefäßen vorliegt – ist aber häufig erst durch eine Untersuchung mit einem Herzkatheter möglich: Dabei wird ein dünner, flexibler Plastikdraht durch die Adern bis ans Herz geschoben.
Therapie:
Die bei einer Katheteruntersuchung Engstellen können mit einem kleinen Ballon an der Spitze des Herzkatheters wieder geweitet werden. Wenn nötig hält ein so genannter Stent, ein winziges Gitterröhrchen, die Blutbahn offen. Die Engpässe können aber auch mit einem Bypass umgangen werden: Der Chirurg verpflanzt dazu Teile gesunder Blutgefäße um die Gefäßverengungen herum an das Herz. „Bypässe sind dabei der medizinische Goldstandard: Die verpflanzten Gefäße bleiben länger offen als eine per Katheter geweitete und mit einer Gefäßstütze abgesicherte Ader“, sagt Wolfgang Konertz, Direktor der Klinik für Herzchirurgie der Charité in Mitte. Als Material für diese „Umgehungsstraße“ wird häufig die linke Brustwandarterie verwendet, weil diese weniger stark zum erneuten Zuwuchern neigt als etwa ein Stück aus einer Vene.
Operationen am Herzen können schwere Durchblutungsstörungen des Gehirns auslösen, die bis zum Schlaganfall reichen. Die Ursache dafür sind Blutgerinnsel, die als mögliche Folge des Eingriffs vom Herzen in das Gehirn eingeschwemmt werden, und dort Blutgefäße verstopfen. Dadurch wird das dahinter liegende Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Es stirbt ab oder wird zumindest geschädigt. Die Ausfallerscheinungen sind entweder lokal begrenzt oder betreffen mehrere Hirnregionen. Letzteres führt zum Beispiel zu Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder der intellektuellen Fähigkeiten. Die lokal begrenzten Schädigungen dagegen sind wesentlich massiver, führen unter Umständen zu Koma und können lebensbedrohlich sein.
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3 Kliniken zu diesem Krankheitsbild anzeigen
Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 16.01.2012
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