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Blinddarmentzündung

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Blinddarmentzündungen sind für Ärzte nicht immer leicht zu erkennen. Im Zweifelsfall wird sicherheitshalber der Wurmfortsatz entnommen. Zurück bleiben jedoch meist nur kleine Narben


Krankheitsbild


Erklärung:

Der Blinddarm mit seinem Wurmfortsatz befindet sich am oberen Ende des Dickdarms, dort wo der Dünndarm einmündet. Im menschlichen Verdauungssystem hat er hat keine Funktion mehr. Entzündet sich der Wurmfortsatz, kann ein Loch in der Blinddarmwand entstehen, ein so genannter Durchbruch. Dabei tritt Kot in den Bauch aus, wodurch eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung droht. Die Entzündung kann sich auch auf benachbartes Gewebe ausbreiten. Die Folge können Abszesse und Eiteransammlungen in der Bauchhöhle sein, die dann zusätzlich zum Wurmfortsatz des Blinddarms operativ entfernt werden müssen.


Symptome:

Eine Blinddarmentzündung äußert sich mit Schmerzen am Bauchnabel und der oberen Bauchhälfte, die sich in den rechten Unterbauch verlagern. Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Kleinkinder, Schwangere und ältere Menschen zeigen jedoch häufig kaum diese typischen Anzeichen, weshalb die Erkrankung bei ihnen oft erst spät erkannt wird.


Ursachen:

Blinddarmentzündungen werden durch aufgestauten Kot am Ausgang des Wurmfortsatzes hervorgerufen, durch Entzündungen des gesamten Dickdarms oder durch bakterielle Infektionen. Selten werden sie von Fremdkörpern wie verschluckten Kirschkernen oder Geschwüren verursacht.


Zahlen:

Jährlich werden in Berliner Krankenhäusern weit mehr als 5000 Blinddarmoperationen – Ärzte nennen diesen chirurgischen Eingriff auch Appendektomie – durchgeführt. Bei rund drei von zehn Operationen stellt sich heraus, dass gar keine Entzündung vorlag.


Behandlung


Diagnostik:

Eine Untersuchung, mit der sich eine Blinddarmentzündung mit Sicherheit feststellen lässt, gibt es nicht. Der Arzt prüft zunächst Blut oder Harn, um andere Krankheiten auszuschließen. Frauen werden häufig auch gynäkologisch untersucht, um Eierstockentzündungen oder eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Zusätzlich gibt es Schmerzpunkte, die beim Abtasten des Bauchs aufgespürt werden können.


Therapie:

Blinddarmentzündungen sind häufig Notfälle. „Das Wichtigste und Schwierigste bei Schmerzen im Unterbauch, ist die Entscheidung, ob operiert werden soll oder nicht“, sagt Ludger Bolle, der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der Elisabeth-Klinik in Berlin-Tiergarten. Im Zweifel entnehmen Chirurgen sicherheitshalber den Wurmfortsatz. Der Blinddarm wird inzwischen minimalinvasiv operiert:


Drei fünf Millimetergroße Schnitte ermöglichen es dabei dem Chirurgen, eine Minikamera und das Operationswerkzeug einzuführen. Nicht immer aber kann auf eine traditionelle Operation verzichtet werden. Dann setzt der Chirurg einen fünf Zentimeter langen Schnitt am Unterbauch. Nachdem der Blindarm entnommen wurde, kann der Darm über drei unterschiedliche Methoden verschlossen werden: mit Plastikschlingen, Kunststoffclips oder Klammernahtgeräten.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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