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Alkoholismus

 	Grafik: Fabian Bartel

Grafik: Fabian Bartel

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Alkohol ist billig und überall zu haben. Alkoholmissbrauch senkt die Lebenserwartung und kann zu körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen führen.


Krankheitsbild


Erklärung:

Alkoholismus ist eine schwere Suchtkrankheit und das bei einer Droge, an die man überall und relativ billig herankommt. Alkoholmissbrauch zählt zu den größten gesellschaftlichen Problemen und ist eine der wichtigsten Ursachen für andere Erkrankungen, hierzu zählen vor allem Leberentzündungen, Leberzirrhosen, Psychosen, Depressionen, verschiedene Krebserkrankungen, Herzmuskelschwäche, Bluthochdruck. In Folge der Alkoholkrankheit kommt es sehr häufig auch zu sozialen Problemen: jede sechste Kündigung in Deutschland sowie rund ein Viertel aller Arbeitsunfälle ist durch erhöhten Alkoholkonsum bedingt.


Symptome:

Sollte Betroffenen schon die Entscheidung, weniger zu trinken, schwer fallen, und sie außerdem noch unter zitternden Händen, Schweißausbrüchen oder Unruhezuständen leiden, muss ein Arzt helfen. Häufiges Trinken ohne Anlass, Fehlen am Arbeitsplatz, erhöhte Reizbarkeit, Zittern der Hände, Gangunsicherheit, Bindehautentzündung und sowie Vernachlässigung von Hobbies, Wohnung und Freunden sind häufige, aber nicht immer zwingende Anzeichen.


Ursachen:

Viele Faktoren sind an einer Entstehung der Krankheit beteiligt. Dazu gehören genetische Veranlagung ebenso wie das soziale Umfeld und die psychische Verfasstheit. Oft sind es die Erwachsenen, die den Kindern den Umgang mit Alkohol vorleben. Wer regelmäßig täglich 30 Gramm (Männer) und 20 Gramm (Frauen) reinen Alkohol konsumiert, steht nach Expertenansicht an der Grenze zur Alkoholsucht. Diese Grenze ist schnell erreicht: ein Liter Bier pro Tag liegt schon darüber.


Zahlen:

Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr im Schnitt mehr als zehn Liter reinen Alkohols. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen schätzt die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland auf 1,5 Millionen. Weitere fast zwei Millionen sind wegen starken Trinkens gefährdet. 42.000 Todesfälle sind jährlich in Zusammenhang mit Alkohol zu beklagen.


Behandlung


Diagnostik:

Um Alkoholkranke zu diagnostizieren, benötigen Mediziner zum einen Informationen über die Entwicklung der Trinkgewohnheiten des Patienten. Wichtig ist hierbei die Herstellung einer vertrauensvollen Atmosphäre, in der der Patienten über seine Sucht sprechen kann.


Therapie:

Grundsätzlich sollte jeder Mensch selbst darauf achten, wie viel Alkohol er trinkt. Gespräche mit Partnern, Angehörigen und Freunden darüber, wie man übermäßigen Konsum vermeiden kann, können helfen. Wer sich selbst oder von anderen als gefährdet eingeschätzt wird, sollte es als ersten Schritt vermeiden, allein zu trinken. Über Therapiemöglichkeiten beraten neben Ärzten auch zahlreiche Wohlfahrtsvereine, staatliche Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Diese informieren beispielsweise auch über Angebote zur körperlichen Entgiftung, die am Anfang einer Behandlung steht, ebenso wie über psychologische Hilfestellungen. Ohne Therapie ist die durchschnittliche Lebenserwartung eines Alkoholikers etwa zwölf Jahre geringer als die des Durchschnittsdeutschen. Häufigste Todesursachen bei Alkoholkrankheit sind Leber-, Herz- und Krebserkrankungen, sowie Unfälle und Selbsttötungen.


Trotz Nutzung aller therapeutischen Möglichkeiten sind nur rund die Hälfte der Ex-Alkoholkranken vier Jahre nach Ende einer Therapie noch trocken – also ohne einen einzigen Tropfen Alkohol getrunken zu haben. „Von Heilung im klassischen Sinne kann bei Suchterkrankungen nicht die Rede sein“, sagt Tilman Wetterling, Chefarzt der Psychiatrie am Vivantes-Klinikum Hellersdorf. Umso wichtiger ist psychologische Betreuung: Viele Alkoholiker sind in ihrem Wunsch, von der Flasche loszukommen, nicht ausreichend stabil. Doch der einzige Ausweg, so Mediziner, ist die Abstinenz ein Leben lang.


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In schweren Fällen kann die Sucht bis zur Pflegebedürftigkeit führen. Über Pflegeheime, die sich auf die Betreuung von Suchtkranken spezialisiert haben, informieren wir Sie im Pflegeheimberater. Sie können solche Heime auch in der Pflegeheimsuche unter “Spezialisierungen” recherchieren.


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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul

Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011

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