Qualitätsindikator - Vorbeugende Antibiotika bei Gebärmutterentfernung (gynäkologische Operationen)
Erklärung:
Gynäkologische Operationen sind nicht möglich, ohne der Patientin Wunden zuzufügen. Um zu vermeiden, dass diese sich später entzünden, empfehlen Behandlungsleitlinien, den Frauen vorbeugend Antibiotika zu verabreichen. Der Indikator gibt an, wie viele Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt wurde, vorbeugend diese Medikamente erhalten haben. Gute Qualität heißt, dass bei mindestens 90 Prozent aller Eingriffe diese Vorgabe erfüllt war.
Fragen an das Krankenhaus:
„Wie stellen Sie sicher, dass dieser Eingriff erst nach einer Antibiotika-Prophylaxe erfolgt?“
Hintergrund:
Stellen Sie diese Frage, wenn Ihnen die Gebärmutter operativ entfernt werden muss, und Sie erfahren wollen, wie ernst das Krankenhaus die Empfehlung zur vorbeugenden Verabreichung von Antibiotika nimmt. Langjährige Forschungen haben gezeigt, dass durch diese Wirkstoffe die Entstehung einer Wundinfektion bei Gebärmutterentfernungen verhindert werden kann. Denn eine solche Komplikation kann nicht nur sehr schmerzhaft sein und den Klinikaufenthalt unnötig verlängern. Möglicherweise werden sogar erneute Eingriffe nötig. Das bedeutet zusätzliche körperliche und seelische Belastungen. Aus Ergebnissen von Krankenhäusern, die das Qualitätsziel nicht erreichen, kann nicht automatisch auf schlechte Qualität geschlossen werden. Daher werden diese Ergebnisse im Strukturierten Dialog durch eine Gruppe von Fachleuten und Krankenhäusern analysiert. Dabei wird geprüft, ob in einer Klinik mit auffälligen Ergebnissen Verbesserungsmaßnahmen erforderlich sind. Manchmal gibt es der Externen Qualitätssicherung (EQS) zufolge aber gute Gründe gegen eine vorbeugende Antibiotikagabe, etwa wenn die Patientinnen unter Allergien leiden.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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