Qualitätsindikator - Reparatureingriffe wegen Komplikationen (Knie-Operation)
Erklärung:
Dieser Indikator erfasst Komplikationen, die während eines Krankenhausaufenthaltes auftreten, etwa Nachblutungen oder Entzündungen der Wunde, Ausrenkungen des Kunstgelenkes und daraus erwachsende Folgeoperation. Die Gesamtrate ungeplanter Folgeeingriffe kann ein Hinweis auf die Behandlungsqualität einer Klinik sein. In vielen Häusern verzeichnen Ärzte bis zu einem Jahr nach dem Einsetzen einer Knieprothese noch eine Wiederaufnahmerate zwischen ein und zehn Prozent – die meisten sind auf Infektionen oder mechanische Komplikationen des Kunstgelenkes zurückzuführen. Wichtig: Dieser Indikator erfasst nur die Folgeoperationen wegen Komplikationen, die noch während des Klinikaufenthaltes durchgeführt werden. Wenn dies bei mehr als sechs Prozent der Patienten nötig ist, gilt das Krankenhaus als auffällig.
Frage an das Krankenhaus:
„Wie stellen Sie sicher, dass nach dem Einsetzen einer Knieprothese keine Folgeeingriffe nötig werden?“
Hintergrund:
Das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes ist eine in deutschen Krankenhäusern häufig durchgeführte, planbare und deshalb umfassend vorbereitete Operation. Jährlich werden hierzulande mehr als 145.000 künstliche Kniegelenke implantiert. Selten – aber regelmäßig – kommt es danach zu Problemen für den Träger des Kunstgelenks, die Folgeoperationen nötig machen. Sie werden vor allem bei ohnehin angeschlagenen Patienten nötig, die unter Vorerkrankungen leiden oder bereits mehrfach am Knie operiert worden sind. Lassen Sie sich deshalb genau erläutern, wie sich die Klinik auf dieses Risiko vorbereitet! Für die Patienten verlängern sich Klinikaufenthalt und Heilungsprozess oft um Wochen.
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Ingo Bach, Hannes Heine, Matthias Lehmphul
Artikel zuletzt aktualisiert am: 01.07.2011
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