Waltraud Gawlik, 74 (Herzschrittmacher-Implantation)

Wenn das eigene Herz aus dem Rhytmus gerät, kann ein kleiner Computer als Taktgeber in die Brust implantiert werden – oft sogar ohne Vollnarkose.

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Waltraud Gawlik, 74


Diagnose: Herzrhythmusstörungen

Behandlung: Herzschrittmacher-Implantation im Mai 2008

Klinik: Caritas-Klinik Pankow


Die Vorgeschichte:

Als der Fahrstuhl auf ihrer Etage anhält, kippt Waltraud Gwalik samt Wäschekorb gegen die Tür des Aufzugs, stürzt auf der Schwelle ohnmächtig zu Boden und schürft sich das Gesicht auf. Zum Glück ist ihr Mann nicht weit entfernt. Das Ehepaar ist seit 55 Jahren verheiratet und macht alles gemeinsam. Mit einem Taxi bringt er sie in die Caritas-Klinik Pankow. Ihr Zustand ist kritisch. “Im Krankenhaus haben sie mich gleich dabehalten, mich verkabelt und bei einem Langzeit-EKG Tag und Nacht überwacht”, sagt Waltraud Gawlik.


Dass sie Herzrhythmusstörungen hat, das wusste sie, seit sie sich vor mehr als 30 Jahren einer Unterleibsoperation unterzogen hatte, aber erst jetzt kommt heraus, wie schwer die Rhythmusstörungen tatsächlich sind: “Mein Herz brachte nur noch 40 Prozent Leistung”, sagt sie. Nach einer Herzkatheteruntersuchung steht fest: Waltraud Gawlik braucht einen Herzschrittmacher. “Wenn man so lange schon nicht mehr ganz gesund ist, ist so eine Nachricht kein Schock”, sagt sie. Sie sei ziemlich gefasst gewesen.


Der Eingriff:

Vier Tage später lag sie im OP. “Ich habe ganz sanft geschlafen”, sagt sie. Ohne Vollnarkose. Die Ärzte setzten ihr bei örtlicher Betäubung den Schrittmacher ein. Nur gegen Ende habe sie ein paar Wortfetzen mitbekommen. “Nadel”, zum Beispiel.


Das Leben danach:

Gleich nach der Operation holt sie erst einmal den Schlaf nach, den sie versäumt hatte: “Ich lag die ganze Nacht vorher wach”” Auch schon vorher war der Schlaf eines ihrer Hauptprobleme: “Ich konnte immer nur drei Stunden pro Nacht schlafen. Dann wachte ich vor lauter Atemnot auf. Und musste meinen Körper am offenen Fenster wieder mit Sauerstoff auffüllen.” Tagsüber fühlte sie sich dann oft zerschlagen. Seitdem der Herzschrittmacher in ihrer Schulter sitzt, schläft sie jede Nacht wieder durch. Am zweiten Tag nach der Operation darf sie nach Hause. “Da hat mein lieber Mann alles für mich gemacht”, sagt sie lächelnd. “Das Leben mit Schrittmacher ist viel angenehmer. Der ständige Druck in ihrem Kopf ist verschwunden: Ihr Blutdruck hat sich normalisiert. Allein ist sie trotzdem auch jetzt nie unterwegs. “Das ist doch viel zu gefährlich in der großen Stadt”, sagt ihr Mann.




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