Susann Ostermann, 42

Gallensteine werden inzwischen nicht mehr einzeln entnommen. Statt dessen entfernen Chirurgen unter Einsatz minimalinvasiver Technik die gesamte Gallenblase.

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Susann Ostermann, 42


Diagnose: Gallenkolik/Gallensteine

Behandlung: Entfernung der Gallenblase im September 2008

Krankenhaus: DRK Kliniken Berlin Köpenick


Die Vorgeschichte:

Zuerst dachte Susann Ostermann, die Pizza zum Abendessen sei schuld. Es drückte im Unterbauch und unter den Rippen. Die Hose schien auf einmal viel zu eng. Der Druck wurde zum Schmerz. Der 42-Jährigen blieb die Luft weg, sie zitterte am ganzen Körper. “Ich konnte nicht sitzen, nicht liegen und auch nicht stehen. Also lief ich im Zickzack durch die Wohnung und mein Mann vor lauter Sorge hinterher.” Schließlich klingelte sie beim Nachbarn, der ist Chirurg. Der wollte sie am liebsten gleich ins Krankenhaus schicken, doch dann wurden die Schmerzen besser. Also wartete sie bis zum nächsten Morgen und fuhr dann von ihrem Haus in Karlshorst in die DRK-Klinik in Köpenick. Dort bestätigte eine Ultraschalluntersuchung, was der Nachbar schon vermutet hatte: Sie hatte Gallensteine und als Folge die Krämpfe – eine Kolik. Für Susanne Ostermann war die Diagnose eine Überraschung. “Dabei hatte sie schon länger Beschwerden. Seit zwei Jahren hatte ich beim Ins-Bett-gehen oft gedacht, ich hätte etwas Falsches gegessen.”


Der Eingriff:

Die Ärzte ließen Frau Ostermann entscheiden, ob sie sich die Gallenblase entfernen lassen wollte – es wäre nicht unbedingt notwendig gewesen, die Steine waren klein. Drei Tage dachte sie nach. Schließlich entschied sie sich für den Eingriff. “Ich hätte sonst immer auf die nächsten Krämpfe gewartet.” Drei Wochen dauerte es noch, bis sie auf dem Operationstisch lag. “In der Zeit kam ich mir vor wie auf einem Pulverfass.” Dann ging alles ganz schnell: “Um sieben Uhr morgens bin ich rein ins Krankenhaus, um acht war alles vorbei.” Um zwei Uhr aß sie schon eine Suppe.


Das Leben danach:

Drei Tage lag sie in der Klinik. Zehn Tage nach der Operation sagt sie: “Inzwischen ist alles traumhaft verheilt”” Sie nimmt die ganze Sache mit Humor: “Es gibt ja anscheinend Körperteile, die man gut entbehren kann. Jetzt bin ich schon drei davon los”, sagt sie: “Die Mandeln, die Gebärmutter, jetzt die Gallenblase. Noch achtet sie darauf, was sie isst: kein Kernobst, kein Kohl, nichts Blähendes. “Aber bald kann ich wieder zuschlagen.” Das einzige Problem ist jetzt die viele freie Zeit: Vier Wochen ist Frau Ostermann krank geschrieben. “Und ich weiß nicht so recht, was ich zu Hause soll.”




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