Kübra Yildirim, 12

Bei chronischen Entzündungen müssen die Mandeln komplett entfernt werden. Aber die Schmerzen nach der Operation sind schnell vergessen

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Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Kübra Yildirim, 12


Befund: Chronische Mandelentzündung

Therapie: Entfernen der Gaumenmandeln

Krankenhaus: Vivantes-Klinikum Neukölln


Vorgeschichte:

In den vergangenen Monaten hat Kübra Yildirim viel durchmachen müssen. Der Hals der zierlichen Schülerin tat immer häufiger weh, beim Schlucken hatte die Kleine oft Schmerzen. In immer kürzeren Abständen musste das Mädchen Antibiotika nehmen. Schließlich stand fest: Die Mandeln sind chronisch entzündet, eine Operation ist nötig. Schon Kübras Zwillingsschwester hatte Schwierigkeiten mit ihren Gaumenmandeln. Im Alter von ­einem Jahr waren die Organe so groß geworden, dass Kübras Schwester nur schwer atmen konnte, beim Schlafen schnarchte das Kleinkind. Mit Laserstrahlen wurden die Mandeln der Schwester damals verkleinert. Nur wenn sie wie bei Kübra chronisch entzündet sind, werden die daumengroßen Organe ganz herausgeschnitten. “Ich hatte große Angst”, erzählt die Schülerin mit dünner, etwas brüchiger Stimme. Das war nicht immer so, sagt Kübras Mutter Rabia Yildirim: Nach dem Eingriff habe sich die Stimme ihrer Tochter ein wenig verändert. Dass die Mandeln endlich draußen sind, freut aber beide.


Operation:

Ende Juni wird Kübra operiert. Sie ist zwar aufgeregt, schläft aber schnell ein: ­Vollnarkose. “Ich kann mich aber nicht erinnern, ob ich was geträumt habe”, sagt das Mädchen danach. Volker Schilling, Chefarzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Klinikum Neukölln, operiert Kübra. “Ihre Mandeln waren von den vielen Entzündungen schon vernarbt”, sagt der Mediziner. Schilling muss viel Narbengewebe durchschneiden, für den erfahrenen ­Chirurg dennoch ein Routineeingriff. Nach vier Tagen kann das Kind ­wieder nach Hause.


Das Leben danach:

“Im Hals klopft es wie im Herz”, sagt die Viertklässlerin und zeigt erst auf ihren schmalen Brustkorb, dann auf ihren Hals. Nach der Entlassung aus der Klinik muss Kübra noch zehn Tage warten, bis sie wieder in etwas Festes beißen darf. Bis dahin gibt es viel Kamillentee; auf Säfte und Kohlensäure ­muss das Mädchen verzichten. Die Wunde soll in Ruhe zuwachsen. Und dann? “Döner”, sagt sie, ohne zu zögern. Für ihre Zukunft hat die Schülerin ­große Pläne: Sie möchte gerne Lehrerin für Deutsch und Mathe werden. Zunächst gibt es jedoch Zeugnisse für die 4. Klasse, danach beginnen für sie die Ferien.




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