Elfie Ernst, 91 Katarakt (Einsetzen einer künstlichen Linse)

Die Sicht ist getrübt. Es ist, als würde man durch einen Wasserfall schauen. Die fehlende Schärfe können die Betroffenen durch eine Operation wiedererlangen.

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Elfie Ernst, 91


Diagnose: Katarakt (Grauer Star)

Behandlung: Einsetzen einer künstlichen Linse im Oktober 2008

Krankenhaus: DRK Kliniken Berlin Westend


Die Vorgeschichte:

Die Kamillen- und Pfefferminzteepackungen ­erkannte Elfie Ernst schon seit langem nur noch an der Farbe. Entziffern konnte sie die Schrift darauf nicht mehr. Auch dass sie zum letzten Mal ihr Lieblingsbuch, “Im Krebsgang” von Günter Grass, gelesen hatte, war ­inzwischen schon ewig her. Das Buch hatte sie an ihre eigene Geschichte erinnert. Es handelt vom Untergang des Schiffes Gustloff während des Zweiten Weltkrieges. “Mein Mann und ich wollten damals auch von Danzig aus mit der Gustloff aufbrechen, aber dann konnten wir doch im letzten Zug nach Westen mitfahren und haben so überlebt”, erinnert sie sich. Elfie Ernst hat Grauen Star. Ein Jahr lang konnte sie nur verschwommen sehen. Auf dem rechten Auge wurde sie mit der Zeit sogar fast blind. Doch sie konnte sich nicht zu einem Eingriff durchringen. “Mein Mann ­hatte das vor 23 Jahren auch. Er ­wurde operiert, alles verlief wunderbar, aber am nächsten Tag war er tot.” Die Ärzte hatten ihm Augentropfen mitgegeben, die bei dem Asthmatiker als Nebenwirkung einen ­Erstickungsanfall auslösten.


Der Eingriff:

Einer ihrer Söhne ist Arzt und überredete sie schließlich doch zu dem Eingriff. “Ich ­hatte ­sofort großes Vertrauen zu meiner Ärztin”, sagt Elfie Ernst. “Sie hat mich während der OP immer gelobt, wie ruhig und brav ich war.” Für die Operation, erst mal an ihrem “schlimmen” rechten Auge – bekam sie nur eine örtliche Betäubung, viel habe sie aber trotzdem nicht davon mitbekommen.


Das Leben danach:

Als am nächsten Morgen nach der Operation der Verband abgenommen wurde, bekam Elfie Ernst erst einmal einen furchtbaren Schreck: “Oh Gott, wie alt und hässlich ich aussehe”, sagte sie den ganzen Vormittag immer ­wieder und schwankte ­dabei zwischen Verstörtheit und ­Gelächter. “Es ist zwar wunderbar, dass ich ­wieder ­sehen kann, aber andererseits auch ein Jammer. Ich war mal so ­eine schöne Frau, ich war Schauspielerin”, sagt sie. Aber eigentlich sei es ganz gut, wenn man auch im Alter noch eitel sei: “Dann lässt man sich nicht so gehen”, sagt Elfie Ernst und setzt ihre Brille auf. “Eigentlich ­sehe ich jetzt ohne besser, aber die ­kaschiert so schön die Falten.”




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