Bernd Eigendorf, 67 (Entfernung von Darmpolypen)

Entdeckt der Arzt bei einer Vorsorgeuntersuchung einen Tumor, sind starke Nerven gefragt. Denn der Befund aus dem Labor kann einige Tage auf sich warten lassen.

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Bernd Eigendorf, 67


Diagnose: Verdacht auf Dickdarmkrebs

Behandlung: Entfernung von Darmpolypen

Krankenhaus: St. Joseph-Krankenhaus


Vorgeschichte:

“Nee, noch nie”, musste Bernd Eigendorf zugeben, als der Arzt ihn fragte, ob er schon mal eine Darmspiegelung gemacht habe. Sein Frau hatte ihn zwar schon häufig gedrängt, aber der 67-jährige Pensionär aus Steglitz hatte sich immer gedacht: “Wieso? Ich machte viel Sport, ich fühlte mich fit”, sagt der ehemalige Polizist. Doch dann bekam er Magenbeschwerden und musste zum Arzt. Der erste Befund war noch kein kritischer: Der Mediziner stellte bei einer Magenspiegelung nur eine gereizte Schleimhaut fest. Doch um sicher zu gehen, drängte er auf eine Darmspiegelung. Bernd Eigendorf ließ sich überreden. “Irgendwann hätte ich das ja sowieso machen müssen”, sagt er. “Schon allein, um meine Frau zu beruhigen.” Er lacht.


Diagnose:

Bei der Untersuchung wurden zwei gutartige Polypen gefunden, die der Arzt sofort entfernen konnte. Entwarnung konnte er allerdings nicht geben. Tiefer im Darm hat er eine golfballgroße Wucherung entdeckt, die nur in einer Klinik herausoperiert werden konnte. Auf Empfehlung seines Arztes ging er ins St. Joseph-Krankenhaus. “Das ist schon ein mulmiges Gefühl”, sagt er, “wenn der Arzt einem nicht sagen kann, was genau los ist, ob es gutartig oder bösartig ist”. Entsprechend aufgeregt war er vor der Operation, die eine Stunde dauerte und bei der die Chirurgen den kranken Teil des Darms durch die Bauchdecke entfernten. Dabei entdeckten sie unter der ohnehin schon großen Wucherung einen weiteren, nur wenig kleineren Tumor. Beide schickten sie zur Krebsuntersuchung ins Labor.


Das Leben danach:

Drei Tage musste Eigendorf auf den ­endgültigen Befund warten: “Das ging ganz schön an die Nerven.” Dann die erlösende Nachricht: nicht bösartig. Noch. Ein Vierteljahr später, schätzen die Ärzte, und die Wucherungen wären vielleicht mutiert. “Da bin ich also noch mal mit einem blauen Auge davongekommen”, sagt Eigendorf, während er die Fotos betrachtet, die während der OP von seinem Inneren gemacht wurden. Er hat sie im Wohnzimmerschrank aufgehoben. Alle zwei, drei Jahre, das hat er sich vorgenommen, will er zur Vorsorge gehen. Vorher aber geht er in den Urlaub, um sich zu erholen. Danach fängt er wieder mit dem Sport an. Auch das einer seiner neuen Vorsätze.




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