Astrid Zemke, 48 (Blutverdünnende und blutdrucksenkende Medikamente, Rehabilitation)

Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Schwächeanfälle oder Sehstörungen können Anzeichen eines Schlaganfalls sein. Diese Symptome aus Angst zu ignorieren, kann tödlich sein.

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Astrid Zemke, 48


Diagnose: Schlaganfall

Behandlung: Blutverdünnende und blutdrucksenkende Medikamente, Rehabilitation

Klinik: DRK Kliniken Berlin Köpenick


Vorgeschichte:

Eigentlich wollte sich Astrid Zemke nur eine Frühstücksstulle schmieren, am 5. März 2008. Doch als sie die Butter auf dem Brot verstrich, rutschte ihr das Messer aus der rechten Hand. Ihr Arm war plötzlich taub. Schon am Tag zuvor hatte sie sich nicht wohlgefühlt und als sie ihren Arm nicht mehr spürte, dachte sie sofort an einen Schlaganfall. “Man will es aber in diesem Moment nicht wahrhaben”, sagt sie heute. Und obwohl ihr Mann André drängte – zum Arzt wollte sie nicht. Als Mitarbeiterin bei einem Sicherheitsdienst ist Astrid Zemke daran gewöhnt, alles im Griff zu haben. Schwächeln? Das ging gar nicht. Ins Krankenhaus ging sie erst, als sich die Lähmung am 6. März auf ihre ganze rechte Körperhälfte ausgebreitet hatte und ihr auch das Sprechen schwerfiel.


Behandlung:

Weil er als Feuerwehrmann schon Schulungen im DRK Köpenick absolviert hatte und die Ärzte gut kannte, brachte André Zemke seine Frau direkt dorthin. Sie blieb 72 Stunden auf der Stroke Unit und ganze zwei Wochen stationär. Die Ursache für ihren Schlaganfall fand sich bei einer Computertomographie des Kopfes: ein Infarkt auf der linken Seite im Gehirn. Dabei entdeckten die Ärzte auch, dass Astrid Zemke schon zuvor kleinere Schlaganfälle gehabt hatte. “Sie sind doch viel zu jung dafür”, sagte ihre damalige Hausärztin, als Zemke über Sehstörungen und Taubheit klagte. Im DRK Köpenick zeigte eine Ultraschalluntersuchung, dass Zemkes Halsgefäße verkalkt sind – möglicherweise wurden kleine Mengen der Ablagerungen von dort weggeschwemmt und sorgten für die Verengung der Hirngefäße. Gründe für die Verkalkungen, sogenannte Plaques, waren Zemkes Bluthochdruck und ihr starkes Rauchen. Um eine Operation kam sie gerade noch herum, stattdessen nimmt sie nun blutverdünnende und blutdrucksenkende Medikamente. Bei einem fünfwöchigen Reha-Aufenthalt lernte sie wieder laufen.


Das Leben danach:

Vor kurzem hat Astrid Zemke einen Rentenantrag unterschrieben. Es ist ihr schwer gefallen. “Mein ganzes Leben lang habe ich gearbeitet”, sagt sie. Doch nun kann sie sich nicht mehr gut konzentrieren, ist vergesslich und unkoordiniert. Damit ihr Körper wieder fit wird, geht sie seit kurzem zum Sport – und hat das Rauchen aufgegeben.



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