Angelina, 6 (Stationäre Schulung, Intensivierte Insulintherapie mit Pumpe)

Wenn Kinder ins Bett nässen, kann eine Diabetes mellitus Typ 1 der Grund dafür sein. Bei ganz kleinen Patienten empfiehlt sich dann der Einsatz einer Insulinpumpe

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Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Angelina, 6


Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1 Behandlung: Stationäre Schulung, Intensivierte Insulintherapie mit Pumpe Klinik: DRK-Kliniken Berlin Westend


Vorgeschichte:

Mit vier Jahren wurden Angelina kaum noch Windeln angelegt, sagt Mutter Karen. Doch plötzlich trank sie gefüllte Wassergläser auf einmal leer und nässte wieder ins Bett. Für Karen Bliefert waren diese ersten Anzeichen ein Warnsignal. Denn ihr Patenkind hat auch Diabetes Typ 1, daher kannte sie die Symptome bereits.


Mutter Karen kaufte ein Blutzuckermessgerät in der ­Apotheke. Der Wert zeigte 199 – fast doppelt so hoch wie normal. Um sicherzu­gehen, testete sie ihre Tochter mit einem Urinteststreifen und sah ihre Befürchtungen bestätigt. Denn der zeigte an, was nicht sein darf: Zucker im Urin.


Behandlung:

Am selben Abend fuhr Familie Bliefert zur Rettungsstelle des DRK Klinikums Westend nach Charlottenburg. Ein ­Diabetologe bestätigte nach einer Untersuchung den Verdacht. “Es war für uns ein Schock”, erinnert sich Mutter Karen. Allerdings war Angelinas Stoffwechsel noch nicht entgleist. “20 Prozent der Kinder kommen im schlechten Zustand zu uns”, sagt Walter Burger, Leiter des Diabeteszentrums am DRK Klinikum. Vor allem bei den ganz Kleinen fielen Symptome zunächst nicht auf – wegen der Windeln. Angelina machte mit ihren Eltern zwei Wochen Schulung. “Wenn die Familien mit Diabetes nicht umgehen können, entlassen wir keine Kinder”, sagt Burger.


Die Vorsicht hat einen Grund: Denn falsche ­Insulintherapien ­können später im Alter zu schweren ­Erkrankungen führen. Auch Angelinas Umfeld wurde miteinbezogen. So hat Mutter Karen, selbst Arzthelferin, die Erzieherinnen ihrer Tochter in der Kita geschult. “Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder Kohlenhydrate berechnen kann”, sagt Angelinas Mutter.


Leben danach:

“Das piksen tut nicht weh”, sagt Angelina stolz und nimmt sich einen Keks vom Tisch. Immer und überall ist die Insulinpumpe dabei. Sie sitzt festgeschnallt an einem Gurt direkt unter Angelinas Pullover. Sie ist von außen nicht erkennbar. Ihr selbst sind auch ­andere Dinge wichtiger – Hockey spielen ­beispielsweise. Im Urlaub ging sie ­sogar schon mit der Pumpe im Pool baden. Kaputtgegangen ist diese aber nicht. Angelina kommt im Herbst in die Schule. Und sie freut sich darauf. Denn: Rechnen kann sie ja schon.




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