Schwerverletzte nach Verkehrsunfall optimal versorgen

Im vergangenen Jahr gab es in Deutschland laut statistischem Bundesamt 3.338 Tote und 64.045 Schwerverletzte im Straßenverkehr. Bei einem schwerverletzten Patienten hängt das Überleben, aber auch die Wiederherstellung, ganz wesentlich von einer durchgehenden Versorgungsstruktur ab.

Die Sterblichkeit von Schwerverletzten in Deutschland konnte nach Daten des TraumaRegisters Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in den letzten 20 Jahren von 20 Prozent auf 10 Prozent gesenkt werden. Weitere Auswertungen des TraumaRegister DGU® zeigen, dass es in Deutschland in den letzten zehn Jahren zu einer deutlichen Verkürzung der Diagnostikzeiten gekommen ist. So gehört zum Beispiel das Notfall-CT, eine bestimmte Form des Ganzkörper-CTs, zu einem der häufigsten Diagnostikverfahren bei der Schwerverletztenversorgung. Während das Notfall-CT 2002 nach rund 38 Minuten nach Eintreffen des Schwerverletzten im Schockraum vorlag, sind es heute im Durchschnitt nur noch 21 Minuten.

Die Unfallversorgung wird in Deutschland über sogenannte Traumanetzwerke organisiert. Dabei werden Unfallkliniken nach den im Weißbuch Schwerverletztenversorgung vorgegebenen Versorgungs- und Qualitätsstandards als Traumazentrum zertifiziert. Diese schließen sich zu einem regionalen TraumaNetzwerk DGU zusammen. Kriterien für die Zertifizierung sind bestimmte technische Instrumente wie ein etwa ein Röntgengerät oder ein MRT und medizinisches Fachpersonal, dass bei Bedarf innerhalb kurzer Zeit zur Verfügung stehen muss.

Derzeit gibt es 45 zertifizierte TraumaNetzwerke DGU mit 598 zertifizierten Kliniken. Nach eigenen Angaben ist Ziel der Initiative TraumaNetzwerk DGU, für jeden Schwerverletzten an jedem Ort in Deutschland die gleiche und bestmögliche Überlebenschance sicherzustellen.

Laut Global Status Report on Road Safety 2013 der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben gegenwärtig jährlich 1,24 Millionen Menschen im Straßenverkehr, Tendenz steigend. Die medizinischen Versorgungssysteme sind weltweit sehr unterschiedlich: Nach WHO-Angaben stirbt ein lebensgefährlich verletzter Mensch in einem Land mit niedrigem Einkommen in 36 Prozent der Fälle, in einem Land mit hohem Einkommen dagegen in nur sechs Prozent der Fälle.



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