Mehr als 10.000 Hebammen in deutschen Krankenhäusern

10.500 Hebammen und Entbindungspfleger, darunter 8500 festangestellte Hebammen, leisteten 2010 in den Krankenhäusern Deutschlands Geburtshilfe. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) aus Anlass des Internationalen Hebammentages am 5. Mai 2012 mit.

Unter den exakt 8484 festangestellten Geburtshelfern war im Jahr 2010 nur ein einziger Mann. Männliche Hebammen tragen die Berufsbezeichnung Entbindungspfleger.

Innerhalb der letzten 20 Jahre habe sich damit die Zahl der im Krankenhaus festangestellten Hebammen und Entbindungshelfer um 28 Prozent erhöht, teilte die Behörde mit. Zugleich sei der Anteil der teilzeit- oder geringfügig beschäftigten Geburtshelfer von 29 Prozent im Jahr 1991 auf 72 Prozent im Jahr 2010 gestiegen.

Zur Leistung rund um die Geburtshilfe seien – abgesehen von Notfällen – außer Ärztinnen und Ärzten nur Hebammen und Entbindungspfleger berechtigt, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei einer Entbindung muss eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger hinzugezogen werden; dafür haben Ärzte und Ärztinnen nach dem Hebammengesetz (Paragraph 4) Sorge zu tragen. Die Geburtshilfe umfasst die Überwachung des Geburtsvorgangs von Beginn der Wehen an, die Hilfe bei der Geburt und die Überwachung des Wochenbettverlaufs.

Neben den im Krankenhaus tätigen Hebammen gibt es aber noch eine große Anzahl freiberuflicher Helfer, die zum Beispiel in Geburtshäusern arbeiten. Laut einer jetzt veröffentlichten Studie des Berliner IGES-Institutes sind das “je nach Datenquelle – es gibt keine umfassende amtliche Statistik für Hebammen – 13.500 bis 15.000 freiberuflich aktive Hebammen”.

Besonders die freiberuflich tätigen Hebammen beklagen immer wieder die sich verschlechternden Arbeitsbedingungen. Besonders die steigenden Beiträge zur Berufshaftpflicht mache den freiberuflichen Helfern das Leben schwer, sagen Berufsvertreter.

Das bestätigt nun auch eine Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, die das Berliner IGES-Institut erarbeitet hat. Ursächlich für die steigenden Versicherungsprämien seien erhöhte Schmerzensgeldaufwendungen ebenso wie gewachsene Therapie- und Pflegekosten sowie Kompensationszahlungen für den zu erwartenden zukünftigen Verdienstausfall von geschädigten Kindern. “Diese stark gestiegenen Kosten müssen von dem vergleichsweise kleinen Versichertenkollektiv der Hebammen getragen werden”, heißt es in dem Gutachten. Zur Jahresmitte 2010 habe sich die Prämie für freiberuflich tätige Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, auf fast 3700 Euro und damit um rund 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht.

Insgesamt und trotz aller Belastungen seien die Hebammen, insbesondere die freiberuflich tätigen, überwiegend mit ihrer Arbeit zufrieden, heißt es in einer Mitteilung des Institutes. Allerdings schränkten Hebammen zum Teil ihr Leistungsangebot ein, weil einige Leistungen für sie nicht mehr rentabel seien. Dies betreffe neben Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen vor allem die außerklinische Geburtshilfe sowie die Begleitung von Geburten in 1:1-Betreuung. “Ausschlaggebend für den Rückzug aus der Geburtshilfe waren starke Erhöhungen der Berufshaftpflichtprämien in jüngster Zeit.”

Die Einkommen der für das IGES-Gutachten befragten 3600 Hebammen (sowohl aus freiberuflicher Tätigkeit als auch die Verdienste in Angestelltenverhältnissen) habe sich im Zeitraum 2008 bis 2010 – je nach Beschäftigungsform – jahresdurchschnittlich um 1,3 bis 3,8 Prozent erhöht. “Verringert haben sich hingegen die Verdienste aus Hebammentätigkeit in einem nicht ganzjährigen und/oder Teilzeit-Anstellungsverhältnis”, heißt es in der Studie. “Außerdem ergab sich für rund 8,8 Prozent der freiberuflich tätigen Hebammen ein Verlust vor Steuern.” In der insgesamt positiven Einkommensentwicklung spiegele sich jedoch auch die Reduzierung unrentabler Leistungen in der Vergangenheit wider.


Kontakt zum Berliner Hebammenruf

Zentraler Hebammenruf Telefon (030) 21 42 77 1




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