Digitale Chirurgie: Computer unterstützt Chirurgen bei Krebsoperationen im Gesichtsbereich

Die Wiederherstellung des Gesichtsschädels nach Krebsoperationen stellt hohe Anforderungen an den Chirurgen. Er muss den Tumor restlos entfernen, dabei aber ein ästhetisch befriedigendes Ergebnis anstreben. Die Einbeziehung von Computern und Bildsoftware bei der Planung und Durchführung der Operation kann die Ergebnisse deutlich verbessern.


Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen müssen bei Krebsoperationen manchmal den Unterkiefer oder weite Teile des Oberkiefers und bisweilen des Gesichtes entfernen. Die Knochendefekte könnten heute zwar durch Transplantate ersetzt und die Patienten später mit Zahnimplantaten versorgt werden. Für ein kosmetisch gutes Ergebnis sei jedoch eine millimetergenaue Planung erforderlich, heißt es von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). Um die Lage und Größe des Tumors zu bestimmen, stünden den Chirurgen dreidimensionale Bildinformationen aus unterschiedlichen Geräten wie Gesichtsscanner, Computertomografie, Volumentomografie und Kernspintomografie zur Verfügung. Bisher sei es jedoch sehr aufwendig gewesen, diese Informationen zusammenzuführen und einen exakten Operationsplan zu entwerfen.

Eine neue Software erleichtere den Chirurgen jetzt die Planungsarbeit erheblich, heißt es. Sie könnten nicht nur auf dem Monitor sehen, welche Bereiche des Gesichtsschädels sie entfernen müssten. Markierungspunkte erleichterten auch während der Operation die Orientierung. Somit helfe die Software, den Tumor mit dem nötigen Sicherheitsabstand, zu entfernen, ohne zu viel gesundes Gewebe opfern zu müssen. Auch das Transplantat, das den Defekt später füllen soll, könne exakt vor oder während der Operation angepasst werden. Beides wirke sich unmittelbar auf die spätere Gesichtsform des Patienten aus, die originalgetreuer gelinge. Zudem sei die digitale Weitergabe von Bildinformationen vom Chirurgen an weiterbehandelnde Ärzte, zum Beispiel Strahlentherapeuten oder Onkologen, möglich.

Chirurgen könnten die Software auch bei der Behandlung anderer Krankheiten wie des Morbus Basedow nutzen. Bei dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kommt es häufig zu einer massiven Gewebevermehrung in der Augenhöhle, die die Augen deutlich nach vorne verdrängt. Wenn Medikamente diesen Exophthalmus nicht verkleinern, kann eine Operation erforderlich werden. Dabei helfe die Software, Verletzungen und Fehlpositionen des Auges zu vermeiden.


(übermittelt am 11. April 2012)




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