Deutsche Gesellschaft für Chirurgie: Nierentransplantation bleibt für Lebendspender ohne erhöhte Herz-Kreislauf-Risiken

Die Spende einer Niere zu Lebzeiten bringt dem Organspender keine bleibenden gesundheitlichen Nachteile. Auch das Risiko für einen späteren Herzinfarkt oder Schlaganfall ist nach der Organentnahme nicht erhöht. Diese Ergebnisse nimmt die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) erneut zum Anlass, Menschen zur Organspende anzuregen.


Laut Deutscher Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) gehört die Entnahme einer Niere heute zu den chirurgischen Standardeingriffen. Das Operationsrisiko sei dank der sorgfältigen Voruntersuchungen und Auswahl der Spender sehr gering. Einige Kliniken würden die Operation auch minimalinvasiv durchführen, was für den Spender schonender sei und eine kürzere Narbe hinterlassen würde.

Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass Lebendspender einer Niere eine normale Lebenserwartung haben. Es hätte jedoch die Sorge bestanden, dass – ähnlich wie bei Nierenkranken – das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht sein könnte. Eine kanadische Langzeitstudie habe diese Sorge nun entkräftet: Lebendspender hätten weder mehr Herzinfarkte noch mehr Schlaganfälle erlitten als die Vergleichspersonen. Darüber hinaus wäre die Sterberate der Lebendspender sogar niedriger gewesen als die der Vergleichsgruppe. Dies könne unter anderem auf die strengen Kriterien bei der Auswahl eines Spenders und die intensive medizinische Betreuung von Lebendspender zurückgeführt werden.

Die Nierenlebendspende ist laut DGCH für die Transplantationsmedizin unverzichtbar. Für etwa 8000 Menschen, die in Deutschland jedes Jahr eine neue Niere benötigten, stünden nur etwa 2200 Nieren von Verstorbenen zur Verfügung. Viele Dialysepatienten hofften daher auf eine Lebendspende.

Die Lebendspende hat laut DGCH den Vorteil, dass die Operation genau geplant werden könne. Voraussetzung für eine Lebendspende ist, dass kein Organ eines Verstorbenen zur Verfügung steht. Der Spender muss mit dem Nierenkranken verwandt sein oder eine enge emotionale Beziehung zu ihm haben. Medizinische Tests zur Gewebeverträglichkeit müssen zudem gezeigt haben, dass Chancen auf einen langfristigen Erfolg der Transplantation bestehen. Die Absicherung der Spender durch Leistungen der Krankenkassen wie Krankengeld zur Kompensation des Verdienstausfalls sollen im neuen Gesetz deutlich verbessert werden.


(übermittelt am 26. März 2012)




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