DAK startet Berliner Netzwerk gegen Frühgeburten

Risikoschwangerschaften und damit verbundene Frühgeburten sind das zentrale Problem in der Geburtshilfe. Jetzt wolle die DAK mit einem neuen Spezialistennetzwerk von Berliner Frauenärzten und Perinatalzentren eine Trendwende erreichen, teilte die Krankenkasse mit. Das neue Vorsorgekonzept “Willkommen Baby” soll unter anderem die Frühgeburtenrate in der Stadt um zehn Prozent senken und unnötige Klinikaufenthalte vermeiden.

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Foto: DAK iStock

Ihr Start ins Leben ist von Sorgen überschattet: Rund 1700 Frühgeburten wurden 2010 in Berlin registriert. Das sind fast fünf Prozent aller Kinder, die in der Bundeshauptstadt geboren wurden. Tendenz steigend: Im Jahr 2009 lag die Frühgeburtenrate mit 1550 Frühgebornen noch niedriger.

60 Prozent der betroffenen Kinder litten lebenslang unter körperlichen oder psychischen Störungen. Um dies möglichst zu verhindern, biete die DAK Schwangeren ein umfassendes Vorsorgepaket. Das DAK-Konzept “Willkommen Baby” biete den werdenden Müttern zum Beispiel zusätzliche Ultraschalluntersuchungen und die Selbstmessung des Säuregehaltes der Scheide an. Durch den Selbsttest mittels speziellen Handschuhen lassen sich mögliche Hinweiszeichen auf eine Infektion erkennen.

An dem neuen Netzwerk beteiligten sich bislang 139 Berliner Frauenärzte. “Das Angebot verbessert die bisherige Versorgung der betroffenen Frauen deutlich”, sagt Stefan Skonietzki, der Berliner Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte. Bereits zu Beginn der Schwangerschaft erhalten die teilnehmenden Frauen eine Art Checkliste. Anhand dieser Information kann der betreuende Frauenarzt die wesentlichen Risikofaktoren für Frühgeburten erkennen und gezielt besprechen. “Die Schwangere erhält so bereits sehr früh die Möglichkeit vermeidbare Risikofaktoren auszuschalten. Ein früher Ultraschall erlaubt zudem eine Aussage zum korrekten Sitz und der zeitgerechten Entwicklung des Babys”, sagt der Gynäkologe.

Eingebunden in die Versorgung sind auch die sechs Perinatalzentren Berlins der Stufe 1, die auf Frühgeburten spezialisiert sind, die weniger als 1250 Gramm wiegen oder vor der 29. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Lässt sich eine Frühgeburt trotz aller Vorsorge nicht vermeiden, werde die Schwangere von ihrem Frauenarzt sofort im Spezialzentrum untergebracht. “Für den Fall der Fälle bieten wir die größtmögliche Sicherheit für Mutter und Kind”, sagt Hermann Girschick, Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin am Vivantes Klinikum im Friedrichshain. “Jeder Tag, den wir die Geburt herauszögern können, erhöht die Chance auf ein gesundes Leben des Neugeborenen. Die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Frauenärzten und das erweiterte DAK-Angebot mit Beratungen und zusätzlichen Tests ist eine wichtige Qualitätsverbesserung, um einerseits in Berlin die Zahl der Frühgeburten zu senken, andererseits aber auch nicht überzutherapieren.”

Nach Einschätzung von Experten sind schwangerschaftsbedingte Erkrankungen wie zum Beispiel vaginale Infektionen die häufigsten Ursachen von Frühgeburten. Weitere Risikofaktoren sind Stress, das Alter der werdenden Mutter sowie Nikotin- und Alkoholkonsum. Zu Früh- oder sogenannten Mangelgeburten zählen Kinder, deren Geburt vor der 37. Schwangerschaftswoche erfolgte oder deren Geburtsgewicht unter 2.500 Gramm lag.

Die Teilnahme am Projekt “Willkommen Baby” ist für alle DAK-Versicherten freiwillig und kostenlos. Darüber hinaus bietet die DAK allen Schwangeren eine besondere Mütterberatung sowohl persönlich in ihren Servicezentren als auch online an.

Weitere Informationen gibt es in jedem DAK-Servicezentrum oder im Internet unter www.dak.de


(übermittelt am 28. Juni 2011)


Foto: DAK-iStock




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